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Zum Abschied: Mitten in die Fresse rein.

Direkt vorweg: der Abschied gilt und galt meinem geliebten Laufschuh-Werk von Saucony – ein Abschied, der irgendwie jedes Mal ein bisschen wehmütig macht. Aber was soll das Gewinsel; was weg muss, das muss weg, vor allem, wenn man ehrgeizige Pläne hegt. Und so stehen wir Spalier, die Hand zum Gruß militärisch an der Schläfe, gedanklich Salut-Schüsse in den blauen Berliner Spätsommer-Himmel feuernd. Farewell, good Shoes!

abschied

Allerdings, wer genau hinsieht: da oben am Bildrand warten sie schon, die Nachfolger, frisch eingetroffen aus dem Hause BROOKS, diesmal nicht nur passend, sondern auch farblich dem vorhandenen Geschlecht angepasst (Rosa ist halt nicht meine Farbe!) – einen Bericht wird es nach dem ersten Lauf geben.

Es darf also wieder losgehen, nach dem nun lange genug gefaulenzt, gefrönt, gemampft und gestoppt wurde. Eines ist nämlich sicher: der – wenn auch noch so schöne – Gedanke, man könne nach ein paar Marathons ruhig mal so ein bis zwei bis drei Monate die Beine Baumeln lassen, abends auf der Couch fläzen und zum sommerlichen, alkoholfreien Abend-Weizenbier ruhig mal ein Kippchen schmöken, DER IRRT – VERDAMMTE SCHEISSE!

Tschuldigung.

Aber leider war es genau so – zuerst entschuldigst Du die kurze Pause mit „Ach, mein geschundener Körper braucht mal ne Regeneration!“, dann mit „Verdammte Erkältung!!“, gefolgt von „bei DEM Stress momentan muss ich mich mal auf meinen Kopf konzentrieren“. Relativ bald folgt ein letztes Aufbäumen, niedergemacht von der Entschuldigung „JETZT brauch ich auch nix mehr machen“.

Genau SO nämlich.

Dann stehste da: zwischen Lauf-Höschen und Laufshirt zeichnet sich EINDEUTIG eine kleine Rolle ab, obwohl die Shirts sowieso nicht mehr Klasse M, sondern L entsprechen und die Lauf-App muss schon 3 ausgelassene Updates überspringen, um überhaupt wieder zeitgemäß zu funktionieren. Du lässt dich nicht lumpen: die Playlist mit Lauf-Songs aus Juli benennst Du einfach in „September“ um, merkt ja keiner. Die alte Pace kriegste auch noch hin und fit aussehen tuste auch noch, eigentlich wie immer – dummerweise nur auf den ersten 2 Kilometern. Bis es Dir klar wird: während Du vor kurzer Zeit noch am Sonntagmorgen 30 Kilometer durch die Wälder gelaufen bist, zerlegt es Dir jetzt nach SECHS (!!!) Kilometern zum ersten Mal die Lunge – Du musst gehen.

EVENTUELL war es nicht pfiffig, fast 2 Monate lang abends auf der Couch so viel Weingummi und Eis zu essen. Es war auch nicht pfiffig, (so viel) Zigaretten zu rauchen. Und am allerwenigsten war es pfiffig, einfach nicht mehr zu laufen. So kam es dann als Ergebnis also heute für mich, als ich endlich wieder draußen war: mitten in die Fresse, ungeschönt, hart und einleuchtend: so nicht, mein Lieber, SO nicht!!

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

Ein Kommentar bei “Zum Abschied: Mitten in die Fresse rein.

  1. ..ich kann dich so gut verstehen 😀
    Mir geht es momentan nicht ganz so anders, ich bin nach 5km nass geschwitzt. Das verschulde ich allerdings dem Beckenbruch. Vor allem mit noch schmerzender Knochenhaut läuft es sich nicht unbedingt besser. Aber bevor es noch mehr abwärts geht, laufe ich eben wieder soweit es geht (im wahrsten Sinne des Wortes).
    Ist aber immer schwer, nach längerer Abstinenz wieder zurück zu finden und einen Punkt zum Anknüpfen zu finden. Und weil ich das weiß, treibt mich diese Angst vor diesem Punkt eben immer wieder zum Sport. Aber du packst das ganz sicher, am Ende siegt das Läuferherz und die Disziplin 😉

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