Gesundheit

Wieder Laufen nach der Erkältung

Da kann der Kopf ja noch so sehr verstopft sein – das Schlimmste am erkältungsbedingten Trainingsausfall ist es ja wirklich, einfach NICHT raus auf die Straße oder in den Wald zu dürfen. Da kippt erst einer, dann kippen zwei Trainingseinheiten; dann fällt ein lockerer Dauerlauf, schließlich sogar der lange Lauf aus. Du liegst überströmt mit Tränen vor dem Plan an der Kühlschranktür, brüllst, flehst, trommelst mit den Fäusten auf dem Boden herum – das Gesicht knallrot angelaufen, Schnappatmung folgend. Das letzte Mal hast Du so ausgesehen, als Du im Alter von 4 Jahren im Supermarkt vor der Schokolade kollabiert bist, weil Mama und Papa partout nicht einsehen wollten, dass dies die EINZIGE und LETZTE Tafel der Welt war. Schließlich kommt schon bald die große Frage: wann darfst Du endlich wieder Laufen nach der Erkältung?

Wieder Laufen nach der Erkältung

Wieder Laufen nach der Erkältung: endlich raus!

Auch so ein Drama endet irgendwann, und nach einer ganzen Woche wirklich intensiver Krankheit (was in diesem Fall selbstverständlich keine Männer-typische Übertreibung ist, sondern tatsächlich wie das grollende Grauen von Mordor über mich kam), gab es für mich keine Option mehr: ich MUSSTE wieder Laufen; ich musste endlich wieder die Luft spüren und mal ein paar Schritte tun, wieder in den Wald und in den Park, sonst wäre ich vermutlich durchgedreht.

Letztlich stellt sich natürlich eine interessante Frage: wie komme ich denn nun zurück in meinen Trainingsplan? Wie mache ich weiter, wo knüpfe ich an? Das Gute: da nun Woche 7 von 13 ausgefallen ist, liegen demnach noch 6 ganze Wochen vor mir; selbst wenn ich die letzte davon als reine Regenerationswoche abziehe, bleiben immer noch 5 wirklich aktive Trainingswochen – das macht durchaus noch Hoffnung darauf, in Rodgau die 50 Kilometer dieses Mal unter 5 Stunden zu laufen (Haha, wer’s glaubt!!).

Nach der Erkältung: wann wieder Sport?

Ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen: es gibt 2 Kernaussagen, die sich zusammenfassen lassen, wenn man diese Frage recherchiert. Erstens: sofern man Fieber hatte, sollte man nach Abklingen der Krankheit unbedingt noch mal eine Woche warten, da Fieber zusammen mit den Erkältungsviren sonst zur bekannten Herzmuskel-Entzündung führen kann. Zweitens: hatte man kein Fieber, darf man mit dem Abklingen der Symptome wieder moderat an die Sache herangehen (Hurra!).

Angeblich gibt zusätzlich auch der Ruhepuls einen Hinweis darauf, ob man wieder bereit sein könnte: wenn dieser nach dem Wachwerden um die 3 Schläge über der normalen Schlagzahl liegt, dann ist man vielleicht noch nicht 100% fit – ich würde dem aber nicht vertrauen; mein Ruhepuls steigt schon im Schlaf um 3 Schläge, wenn ich morgens unterbewusst die Blagen im Treppenhaus höre. Wann auch immer man also wieder anfängt – ob nun Fieber-bedingt nach einer weiteren Woche Pause, oder ohne Fieber relativ zeitnah: alle Quellen legen nahe, nicht direkt bei voller Belastung wieder einzusteigen.

Wiedereinstieg: weniger Pace, weniger Distanz – oder beides?

Laut Trainingsplan hätte ich heute also einen TDL über 12 Kilometer auf der Uhr gehabt, bei einer Pace von 5:20 min/km – völlig klar, dass das so nicht machbar war. Grundsätzlich habe ich zwar zuerst noch überlegt, zumindest die Pace zu laufen und dafür lieber die Distanz zu verkürzen, letztlich war das Gefühl dann aber doch näher am Verstand: lieber die Distanz beibehalten, aber die Intensität senken.

Das war dann wohl auch die richtige Wahl: Während ich nach dem WarmUp recht entspannt bei 5:50 min/km endlich wieder meine Runden drehen konnte und auch der Zöter (halb Zwerg, halb Köter) wieder seinen Beitrag als Trainingspartner leisten konnte, fühlte ich mich von Minute zu Minute besser. Die erste Hälfte der 12km-Strecke wurde erstmal „freigehustet“ – vom Gefühl her war das Lungenvolumen schon bei KM4 etwa um 300% gewachsen, während dann die zweite Hälfte dazu diente, Nebenhöhlen, Stirnhöhlen und Nase richtig schön frei zu rotzen: im Plänterwald werden im kommenden Frühling jetzt wohl Mutanten-Bäume wachsen.

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So oder so: wir sind wieder da – raus aus dem Krankenbett, rein in die Laufschuhe: über die Feiertage geht es dann raus in die ostwestfälischen Wälder, kurz danach mit großen Schritten hier in Berlin ins neue Jahr. Bleibt gesund!

#runthewinter

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

2 Kommentare bei “Wieder Laufen nach der Erkältung

  1. Freut mich zu hören, dass zumindest Du wieder auf den Beinen bist. Ich kann auch nur raten gaaaanz langsam wieder anzufangen. Nach einer Virusgeschichte werde ich die Erkältungsanflüge einfach nicht wieder los – trotz Nasendusche. 😉 Vielleicht hatte ich mich noch nicht vollständig erholt, als ich mit dem Laufen wieder angefangen bin. Das soll ja eine ganze Erkältungskette nach sich ziehen können – bis hin zur Herzmuskel-Entzündung, wie Du richtig schreibst. Also lieber ein paar Tage mehr Ruhe, als ein paar Wochen länger krank.

    Herzlich

    Thomas

    1. Absolut – ich werde auf jeden Fall erstmal alles nur im GA1-Bereich laufen und parallel immer schauen, dass ich mich dabei auch wirklich gut fühle. Aber auch die Distanz wird sehr vom Körpergefühl abhängen, da mag ich jetzt keine Risiken eingehen…

      Auf dass wir alle gesund ins neue Jahr kommen!

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