Equipment / Produkt-Tests

TomTom Laufuhr – Frust statt Lust

Vor 2 Jahren trudelte hier per Post die TomTom Laufuhr „Multisport Cardio“ ein – und machte zu Beginn einen wirklich guten Eindruck. Nun – solche Produktreviews passieren ja meistens genau dann, wenn die zu testenden Dinge gerade noch wirklich neu sind. Was ist aber mit einer Langzeitbetrachtung, wie entwickelt sich das Produkt, wenn es verschiedene Jahreszeiten durchlebt hat, verschiedene Temperaturen überstanden hat und vielleicht sogar diverse Härtetests durchmachen musste? Meine TomTom Laufuhr hat jetzt gerade wohl das Zeitliche gesegnet, was mich doch eher ärgert – und trotzdem nicht wirklich überrascht…

Der Produkt-Lebenszyklus: nicht länger als 2 Jahre?

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: das Nachfolgemodell ist inzwischen auf dem Markt erschienen, meine Uhr gibt es ab jetzt nicht mehr online zu Kaufen – gleichzeitig aber ist ihre Garantie abgelaufen. Heißt: jedwede Reparatur müsste ab jetzt selbst bezahlt werden; alternativ kann man ja in den Nachfolger investieren. Komischer Zufall, oder? Immerhin konnte ich immer noch Software-Updates runterladen – und muss mich damit doch wieder zurückhalten, irgendwelche potenziellen Zusammenhänge durchzudenken.

Natürlich ist mir klar, dass diese technischen Alles- oder Viel-Könner relativ anfällig sein können; auch, dass die Entwicklung solcher Produkte gerade mal die zweite, vielleicht dritte Generation erreicht hat. Ich denke aber trotzdem, dass gerade dann ein gewisser Service einher gehen müsste, um diejenigen Besitzer zu unterstützen, die ihr Geld in so ein Produkt stecken. Meine TomTom Laufuhr musste ja leider schon nach dem ersten Jahr beanstandet werden: das Armband zeigte erste Risse, obwohl nur zum Laufen benutzt (die Uhr soll ja auch für Schwimmer einsatzbereit sein) UND obwohl es gar nicht mehr das Original war: ich hatte mir extra ein schlicht Schwarzes nachbestellt.

TomTom Laufuhr

Einsatz im Alltag: ohne Updates geht es nicht

Weiterer Nachteil dieser TomTom Laufuhr: ständig waren neue Software-Updates nötig, um die Uhr vernünftig zu nutzen. So richtig habe ich das nie verstanden: Laufuhren älteren Semesters funktionierten immer, auch ohne solche Updates. Man musste auch nicht länger oder kürzer auf ein GPS-Signal warten; da gab es keine großen Unterschiede. Bei der MultiSport Cardio war man schon aufgeschmissen, wenn man nicht updaten konnte: so manches Mal durfte ich meine Läufe komplett ohne GPS machen (was, wenn man streng nach Trainingsplan läuft, nunmal ziemlich doof ist). Hin und wieder kam es vor, dass der Akku als „voll geladen“ angezeigt wurde und die Uhr nach 3 Kilometern bereits leer war – die Laune auf meiner Seite kann man sich wohl vorstellen.

Gut, ich habe trotzdem nicht gemeckert: als Tester bekam ich die Uhr damals kostenlos – und dachte immer, dass ich deshalb kaum Recht zur Beschwerde hätte. Jetzt allerdings sieht das anders aus: die Uhr ist „terminado“.

TomTom Laufuhr: Tod im Pool

Zwar bin ich kein Triathlet (dann wäre ich vermutlich wirklich angepisst), aber hin und wieder gehe ich doch mal ein paar Bahnen schwimmen – gerade im Urlaub unter der spanischen Sonne bot es sich also an, die speziell dafür gebaute Uhr zu nutzen: nach ein paar Einstellungen misst diese nämlich sogar die Anschläge und damit die gezogenen Bahnen. Also – angeblich, denn schon im letzten Urlaub war mir aufgefallen, dass manche Kontakte nicht gemessen wurden und daher Bahnen fehlten; gerade bei einer der Haupteigenschaften wieder mal eher ernüchternd.

Dieses Mal kam es schlimmer: nachdem ich nur ein einziges Mal im Pool war, um mal wieder durch das kühle Nass zu planschen, beendete die TomTom Laufuhr ihren Betrieb: das Display zeigt fröhlich die Uhrzeit an, während die Bedien-Taste keine weitere Reaktion hervorbringt. NICHTS geht mehr, alles finito, alles terminado.

Verschiedene Versuche der Reanimation bleiben ergebnislos, bis ich Google um etwas Hilfe bemühe: was ist da los? Das Ergebnis ist deprimierend: die Englisch-sprachigen Suchergebnisse (komischerweise nicht die deutschen) zeigen mir, dass das wohl ein verbreitetes Problem ist: wird die Uhr im Wasser eingesetzt – ich wiederhole: eine ihrer Hauptfunktionen -, dann ist die Bedienung über die Taste nicht mehr nutzbar, die Uhr damit am Ende. TomTom verweist auf einen Produktionsfehler: sofern man noch innerhalb der Garantie läge, könne man die Uhr tauschen lassen.

Die Garantie meiner Uhr ist vor knapp 2 Monaten abgelaufen.

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

3 Kommentare bei “TomTom Laufuhr – Frust statt Lust

  1. Oha…das ist ärgerlich. Grade der GPS Ausfall darf bei einem der führenden Navigationsherstellern eigentlich nicht passieren! Ich hatte bei den Navigationsgeräten im Auto nie Probleme mit TomTom, wundert mich also ein wenig.

    Das mit den Zerfall der Geräte, just im Moment wenn die Garantie abgelaufen ist, kennt man ja auch von Haushaltsgeräten. So wirklich an einen Zufall mag ich da auch nicht mehr glauben. Mir sind jetzt schon zu viele Wasch- oder Spülmaschinen kurz nach Ablauf der Garantie hopps gegangen, machste halt aber leider nicht dagegen. Bei Sportuhren gibt es ja dank des kompakten Formfaktors meistens auch nicht wirklich was zu reparieren, da wird die Platine getauscht und man hat im Grunde ein neues Gerät. Lohnend ist dass dann selten im Vergleich zu einem neuen Gerät, was ich auch sehr schade finde auf Grund der fehlenden Nachhaltigkeit.

    Schön auch mal so einen Bericht zu lesen.

    Gruß
    Sascha

  2. Klingt tatsächlich nach einem unglücklichen Zufall *räusper* – Und ja reparieren zahlt sich im Normalfall meist nicht aus, das Geld wäre besser in eine neue Uhr investiert.

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