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The heat is … on!

Die letzten zwei Läufe haben mal wieder gezeigt, wie empfindlich mein Körper auf die Hitze reagiert – trotz des Versuchs, tagsüber genügend zu trinken und ausreichend Vitamine zu mir zu nehmen (Obst allgemein und zwei Orangen am Tag) waren das wohl mit die schlechtesten Trainings-Läufe dieses Jahr. Klar, mit Sportskanonen wie Fräulein Mockenhaupt muss ich mich gar nicht erst vergleichen, aber ich war ja durchaus schon mal in besserer Verfassung.

Selbstverständlich habe ich mehr als nur einen Kardinalfehler begangen: zum einen bin ich direkt in der Sonne gelaufen – am Montag waren es fast 30 Grad, heute morgen um 10 Uhr lagen wir schon über 25 Grad – beides Temperaturen, bei denen man laut einschlägigen Lesewerken die Leistung bis zu 50% senken soll, um nicht umzufallen. Dazu kam schlechter Schlaf und ein wild arbeitender Kopf, so dass die Konzentration auch schwer leiden durfte. Lange Rede, kurzer Sinn: selbst ein stinknormaler 10er musste mit Trinkpause am Brunnen unterbrochen werden, damit ich nicht kollabiere. Was wäre also besser, als ein wenig Reflexion?

Punkt 1: tagsüber trinken

Soweit logisch. Ich versuche nun, über Wasser und isotonische Getränke tagsüber auf mindestens 2 Liter zu kommen, aber eigentlich ist es mehr. Dazu kommt das Trinken während des Sports selbst: bis 15 Kilometer laufe ich normalerweise ohne Versorgung, allerdings nicht bei der Hitze: ich mische Wasser und RedBull 50/50 und nehme zum Laufen eine Flasche mit. Beim Biken ist sogar der 2-Liter-Trinkrucksack dabei, plus Flaschen am Rahmen und den Quellen im Wald (die schmecken besonders gut, aber NIE stehendes Wasser trinken!).

Punkt 2: Die Kleidung

Ich find ja, dass ich ziemlich scheiße aussehe mit so nem Lauf-Cappy, aber eine Mütze mit Schirm ist echt sinnvoll, weil sie das Gesicht vor der Sonne schützt. Genauso die Sonnenbrille: nicht nur das helle Licht wird abgehalten, sondern auch das Vieh-Zeugs: nichts nervt mehr, als anhalten zu müssen, weil man mal wieder eine Mücke im Auge hat. Dazu kommt: obenrum nicht nur kurzarm, sondern Singlet. Klar, man kann jetzt mit dem Thema „atmungsaktive Kleidung“ kommen, aber das ist mir wurscht – ein bisschen Spaß soll es ja machen. Und braun wird man auch. Ansonsten: Lauf-Tights und kurze Socken, bei dem Wetter bekommt mich niemand in meine Kompressions-Strümpfe. Wichtiges Accessory: ein Schweißband. Nicht nur nützlich um selbigen zu entfernen, sondern auch, um es mal in einen Bach zu tunken und mit frischem, kühlen Nass aufzuladen.

Punkt 3: der Lauf selbst

Bei dem Wetter kann man auch mal Fünfe grade sein lassen – ich hab mir vorgenommen, nicht mehr zu sehr auf die Pace zu achten. Wenn ich mal im Schatten stehenbleiben muss, dann tu ich das – wenn ich am Bach oder am Brunnen etwas trinken will, dann unterbreche ich halt. Und beim Waldlauf – welcher ja hier im Schwarzwald gleichzeitig oft ein Berglauf ist – kann ich auch mal 5 Minuten die Schuhe ausziehen und mich in den Bach reinstellen, weil es gut tut. Am Berg selbst gehe ich auch mal ein paar Meter, wenn es sein muss – ich entdecke immer mehr, dass das Laufen nebenbei auch Spaß machen soll und dass die Trails hier unten oft spannender sind, als ein Pace-Lauf an der Straße.

Quelle
Meine erste Anlaufstelle im Durbacher Wald (Schwarzwald) für frisches Wasser – schmeckt großartig!

Punkt 4: Die Natur hilft

Die Versorgung aus der Natur macht wahnsinnig Spaß – neben dem Trinken von Quell- und Bergwasser auf der Strecke ist hier bei uns grad beste Zeit für Kirschen und Erdbeeren. Einfach mal anhalten, ein oder zwei Hände voll genießen: großartigst! Demnächst kommen dann die Beeren am Wegesrand, danach die Äpfel, Birnen und Pflaumen, bevor der Herbst dann nicht mehr viel hergibt. Aber DAS sollte sich niemand entgehen lassen – Geschmacksexplosionen auf der ganzen Strecke. Zumindest, wenn man nicht in der Großstadt lebt.

Auf den Körper hören

Das ist das Beste: der sagt einem nämlich auch ganz genau, wenn er zu hart rangenommen wird. Aber das mache ich jetzt mit meinem: raus auf’s Bike.

Schönen Sommertag!

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

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