Rennrad

Rennrad für Einsteiger gesucht

In der Vergangenheit habe ich mich ja hauptsächlich immer auf das Laufen konzentriert – und parallel dazu mein Mountainbike in die Pflicht genommen, als ich noch im wunderschönen und heißbeliebten Schwarzwald gewohnt habe. Bot sich ja auch an.

Hin und wieder, wenn nicht genügend Zeit für eine ausgiebige Tour durch den Wald war, durfte dann aber auch mal mein damals günstig und gebraucht erworbenes Pinarello-Rennrad ran – so dass ich, in etwa wie der rote Blitz, gelegentlich das Badner-Land erkunden konnte.

Nun, das Rennrad gibt es nicht mehr, und ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, mir im kommenden Frühling wieder eins zuzulegen. Vorgabe: Einsteiger-Bike, auf keinen Fall zu teuer (!), geeignet für das Berliner Umland und dafür, dann eventuell auch im Mai den Berliner „Garmin Velothon“ mitzufahren.

Jetzt kommt Ihr ins Spiel: Gebt mir doch bitte mal Tipps, worauf ich achten sollte. Equipment habe ich noch, es geht also wirklich nur um das Bike – Bremsen, Schaltung, Gewicht, Rahmen, Preis. Hat jemand Ideen, gute Erfahrungen, Angebote in petto, die mir da weiterhelfen?

Rennrad von Decathlon
Rennrad Ultra 900 B’TWIN von Decathlon

 

Sollte ich lieber was günstiges Neues kaufen, oder was Gebrauchtes und dafür besser? Was ist mit Rennrädern von z.B. Decathlon? Kann man damit was anfangen? Oder was ist mit so günstigen Rennrädern vom Versandhändler, taugen die was? So oder so möchte ich jedenfalls keine Unsummen ausgeben – das gute Stück soll dann ja wirklich nur hin und wieder neben dem Laufen als Alternative eingesetzt werden…

Fragen über Fragen. Freue mich sehr auf Tipps!

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

25 Kommentare bei “Rennrad für Einsteiger gesucht

  1. Hey!

    Ich würde mich auf jeden Fall bei Canyon und Rose umschauen. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis geht es im Prinzip nicht günstiger. Ich persönlich würde kein günstiges Rennrad mit Carbonrahmen kaufen. Meist wird dort dann irgendwo an den Komponenten gespart. Besser einen unkaputtbaren Alurahmen mit kompletter 105er-/Ultegra-Ausstattung wählen.

  2. Wenn ich in deiner Situation wäre, nämlich ein Rennrad für ab und zu anzuschaffen, mit dem ich auch mal längere Strecken wie den Velothon fahren wollte, dann würde ich mir ein Preislimit setzen, zu einem guten Händler gehen (ich kenne mich in Berlin leider nicht aus) und mich beraten lassen. Gerade wenn man Laie auf dem Gebiet ist, halte ich eine Probefahrt (so umfangreich wie möglich) für unverzichtbar. Denn das ist das Wichtigste: dass das Rad passt. Was hast du von einem supergünstigen Versandhandelsrad oder einem Schnäppchen von ebay, wenn du dann nach 10 km Nackenkrämpfe und Rückenschmerzen kriegst?

    Viele Grüße
    Lars

      1. Ich würde einen guten Händler danach definieren, ob ich kurz auf dem Bürgersteig rollen kann oder ob ich auch mal 30 Minuten mit dem Ding verschwinden kann. Woanders würde ich kein Rad kaufen.

  3. Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ich fahre etwas ambitionierter im Hobbybereich und Alu reicht mir da auch, also lieber das Geld sparen und in Komponenten investieren wie gute Bremsen oder reibungslose Schaltung. Ich bevorzuge auch eher den Händler vor Ort als den Versandhandel. Neben der Beratung vor Ort habe ich auch schon genügend Berichte über Probleme bei Reklamationen beim Onlineversand gehört, um selbst nicht dort zu kaufen. Zum Thema „Berliner Umland“: Hier gibts wirklich nichts, was man Berge nennen könnte, hier und da mal hügelig und man findet auch mal eine zweistellige Rampe, aber eine 3-fach Kurbel (gibts die überhaupt noch neu?) wäre absolut fehl am Platze ;).

  4. Aaaaaaaaaaaaaaaalso.
    Ich sehe das ganz ähnlich wie die meisten hier.
    Von einem günstigen Neuen würde ich abraten. Daran hat man ggf. nicht lange Freude. Dann eher was gutes Gebrauchtes.
    Gegen Ende des Jahres ist auch immer eine gute Zeit sich bei den Herstellern umzuschauen, denn die hauen die 2014er Modelle zum Spottpreis raus, weil die 2015er Modelle kommen.

    1. Wobei „günstig“ durchaus Auslegungssache ist. Für 1000 EUR (was für ein Rennrad ja wirklich günstig ist) bekommt man bei fast allen Herstellern solide Ware. Gerade wenn man nur gelegentlich fährt. Drunter kenne ich allerdings auch kein sinnvolles Neuradangebot.

  5. Hi,
    ich stand vor fast einem Jahr vor der selben Frage. Gegen massivem Abraten aus der Spezialistenecke, habe ich aber mein erstes Rad beim Versender bestellt. Ich habe ein Canyon Roadlite 6.0 SL (der Nachfolger ist das Endurace AL) und bin sehr zufrieden. Ich bin diese Saison 3,5tsd KM gefahren – habe sogar alle Einstellungen selbst gemacht (mit ein paar Schmerzhaften Lektionen) und habe Spaß an meinem Rad. Mehr hätte ich nicht ausgegeben ohne zu wissen ob es mir Spaß macht.
    Inzwischen lockt zwar das Material, aber ich habe mir dafür einen „Fonds“ eingerichtet um irgendwann aufzurüsten.
    Sowohl bei Rennen als auch bei RTFs bin ich mit dem „billigen“ Alurad im Mittelfeld angekommen – zwischen x-fach teureren Carbon Rädern. Der Spaß am Rad kommt nämlich Hauptsächlich durchs Training 😉
    Ich würde jederzeit wieder ein Versenderrad nehmen – allerdings sollte man wissen worauf man sich einlässt oder jemand haben, der Sattel, Lenker und Pedale einstellen kann. Schaltung & Co. warten kann man dafür recht schnell lernen.
    VG
    Daniel

  6. Kommt auf deine Ambitionen an. Wenn Du auch Rennen fahren willst, dann brauchst Du eine relativ gestreckte Geometrie, wenn es mehr um Ausdauer geht, würde ich eine Komfortgeometrie empfehlen, bei der man nicht ganz so tief über dem Lenker hängt. Abgesehen davon halte ich diese ganze leicht-und-leichter-Ideologie für überzogen. Der normale Ausdauer- und Fitnessfahrer wird einen Unterschied von 500 Gramm mehr oder weniger in der Fahrpraxis nicht bemerken. Kostet ihn aber die Kleinigkeit von locker 1000 Euro. Also: ein Alurahmen mit 105er- oder Ultegra-Ausstattung ist ein solides Sportgerät für diese Zwecke.
    Das Problem der meisten Local Dealer ist, dass die sich heutzutage nicht jede Menge Rennräder mit unterschiedlichen Rahmengrössen in den Laden stellen, damit der geneigte Kunde probefahren kann. Es sei denn es ist ein sehr grosser Laden oder eben das Ladengeschäft eines Versenders/Herstellers.
    Und Probesitzen bzw. -fahren ist absolut zu empfehlen, allein um die richtige Rahmengröße und -geometrie rauszufinden. Ich würde mal bei Rose (Hausmarke „Rose“), Canyon oder Radon gucken. Da kriegst du für deine Zwecke ein hervorragendes bezahlbares Fahrrad.

    1. Das hört sich gut an. Ich hab da keine großen Ambitionen; ich werde weiter dem Laufen treu bleiben und möchte mit dem Rennrad vielleicht mal einmal die Woche oder alle 14 Tage als nette Abwechslung bei schönem Wetter auf die Straße gehen wollen – ein Triathlet werde ich sicher nie, bin ein beschissener Kraul-Schwimmer 😉

      Wenn ich dann mal die Gelegenheit habe, sowas wie den Velothon mitzufahren, dann auch einfach aus Spaß an der Sache… Danke schonmal für die Tipps!

  7. Sodale, nachdem die Katrin schon geschrieben hat kommt die nächste Rennradlwahnsinnige, die auch wirklich fährt – war überrascht, dass die Sinnundverstand da auch noch mitmischen will 😀 . Generell sind Einsteigermodelle für Anfänger vollkommen okay.
    Ich selbst fahr das Einsteigermodell „Canyon Roadlite AL“ und bin vollauf zufrieden. Daher würde ich dir wirklich das Einsteigermodell von Canyon empfehlen, das Roadlite AL gibt es leider nicht mehr. Plane auf jeden Fall einen Kostenberg für folgende Dinge ein, die gerne am Anfang nicht Markenkram sein müssen, aber passen und gut sein sollten:
    – Schuhe (Shimano läuft hier super) und dazugehörige Cleats für die Pedalen
    – Klickpedalen (SPD oder SPD-SL, ich habe letztere und bin happy)
    – Hose (Einsteigermodell für den Anfang reicht total aus)
    – Trikot (Nicht zu weit, muss in Rennradposition anliegen damit kein Stoff rumwabbert; 3 Taschen hinten sind immer gut)
    – Brille
    – Handschuhe (Roeckl ist gut hier)
    – Rück und Frontlicht
    – Satteltasche mit Multi-Werkzeug, Ersatzschlauch und Wechselwerkzeug
    – Flaschenhalter und Trinkflasche (gerne auch 2, the more the weniger Durst)
    – kleine Luftpumpe (immer dabei haben in einer der Rückentaschen)
    – wenn du bei kühlen Temperaturen fährst ist eine Windjacke gut und Armlinge sowie Beinlinge

    Und was ich dir empfehle, damit auch ein Einsteigerrad perfekt fährt und passt: Investier etwas Geld ins Bikefitting. Es ist das Geld wert, punkt.

    Aber sonst kannst du mich auch gerne so anschreiben. Rennradfahren ist der Himmel auf Erden, einmal angefangen wirst du süchtig – vielleicht 😉

    1. Buuuh – Du hast den Text nicht richtig gelesen! 😉
      Nein nein, Danke für die Antwort, aber das Equipment habe ich von A-Z schon zu genüge, weil es ja eben nicht mein erstes Rennrad ist – ich hab auf meinem letzten schon gut Kilometer gesammelt. Allerdings hat mir das Bike damals ein Freund empfohlen und ich hab mich nicht groß um die Details gekümmert, so dass ich das jetzt alles noch mal neu rausfinden muss.

      Jedenfalls bin ich gut aus gestattet mit allem, sowohl vom damaligen Rennradfahren und Mountainbiken (was die Klamotten angeht), als auch mit Werkzeug, Schläuchen, Ersatz-Pedalen, Schuhen für beide Bikes und und und…

      1. Und… und… und dann fragst du noch zwecks Rennrad?? :O

        Ne, ich hab nur „Rennrad kaufenl“ und „Decathlon-Radl“ gesehen und das war Aushängeschild genug, dass du Anfänger bist bzw. anfangen wollen würdest.

  8. Da: http://www.specialized.com/de/de/bikes/road/tarmac
    Da: http://www.canyon.com/roadbikes/series/ultimate-al-slx.html
    Da: http://www.trekbikes.com/de/de/bikes/road/performance_race/madone/
    Da: http://www.focus-bikes.com/de/de/bikes/2015/road/performance-cayo.html

    Es muss dir gefallen. Dein Rad jetzt passt? Dann passt’s, aber vllt wär ein Winterrad gut oder ein Crosser. Wenn du Geld über hast und ein leichteres, besseres Rad willst, dann ist das immer eine Investition wert – solange du das Geld dafür hast. Und solange du Geld über hast, um Ersatzteile zu finanzieren. Am Ende ist’s ja doch so: Wenn du verliebt bist, dann bist du verliebt. Und mit einer Sitzpositionsanalyse passt sich deine Liebe dann perfekt deinen Ansprüchen an (Vorbau, Sattel, Lenker, Tape) http://rcpkirsch.wordpress.com/2014/11/19/bikefitting-im-radlabor-munchen-was-ein-profi-blick-ein-paar-zentimeter-mehr-und-ein-bisschen-vermessen-ausmachen-konnen/

      1. Hast du mal checken lassen, ob das Rad passt und ob der Vorbau auch von der Länge her passt? Wenn es richtig gefittet ist, dann solltest du gut fahren können. In welchen Situationen hast du denn Auflage-Lust?

  9. Meine Erfahrung: heutige Lenker und Schalt-/Bremsgriffe sind wesentlich voluminöser und ergonomischer geformt als in früheren Zeiten. Auch werden die Bremsgriffe höher am Lenker angesetzt, so dass sie mit dem oberen Lenkerbügel eine Einheit bilden. Die Handgelenke werden erheblich entlastet. Wenn allerdings die Fahrposition zu gestreckt ist, weil evtl. das Oberrohr oder der Vorbau zu lang ist, dann ist die Belastung und Krümmung der Handgelenke zu stark und sie fangen an zu schmerzen. Probier mal ein Triathlon Rad. Da gibt es dann die Extremposition.

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