Laufen

Hermannslauf: die Vorbereitung

In meiner ostwestfälischen Ur-Heimat gibt es ja nicht viele Laufveranstaltungen, die auch überregional mit etwas mehr Bekanntheit protzen können – wir hätten da als solche eventuell noch den Marathon in Bad Salzuflen anzubieten (ein Baukasten-Lauf, den ich mir eines Tages auch noch mal vorknöpfen möchte) und als Zweites den ebenfalls recht beliebten Hermannslauf, eigentlich DAS Lauf-Event im schönen Teutoburger Wald bei Detmold.

Irgendwie ist dieser Hermannslauf ja so „ein bisschen von allem“ – ein bisschen Marathon, aber doch nicht ganz (weil „nur“ 31 Kilometer lang), ein bisschen Trail-Lauf, aber auch nicht ganz so richtig, ein bisschen Volkslauf, aber auch fast schon ein wenig anspruchsvoll. Nichtsdestotrotz: den sollte man auf jeden Fall mal mitgenommen haben, gerade als echter Ostwestfale. Während ich mich bisher immer eher davor gedrückt habe, weil ich mit Höhenmetern ja nicht so viel anfangen kann, soll es jetzt dann aber doch so sein: am 24. April stürze ich mich in die Turnschläppchen und renne unter dem Schwert des Arminius über die Fluchtwege der alten Römer – von denen wir inzwischen ja wissen, dass die eigentlich ganz woanders über die Trails wetzten – bis zum Ziel, der Sparrenburg in Bielefeld.

hermannslauf
Der Start: das Hermannsdenkmal in Detmold

Ganz abgesehen davon, dass ich im Leben nicht daran gedacht hätte, mal zu Fuß nach Bielefeld zu laufen (wer will das schon), war es bisher auch nicht mein Ziel, selber eher ungeübt mit knapp 7.000 anderen Läuferinnen und Läufern in diverse Höhenunterschiede zu stolpern, die alle zusammen sicherlich dafür sorgen werden, dass ich am Ende wohl ordentlich aus der Puste sein werde. Denn, wie schon diverse Mal erwähnt: hier in Berlin laufe ich fast ausnahmslos flach; die Füße hebe ich eigentlich bloß an, damit ich nicht hin und wieder am Kopfsteinpflaster hängen bleibe oder aber, um den zahllosen Hundehaufen auszuweichen.

Hermannslauf: hoch und runter, immer munter

Dummerweise habe ich dann ja auch erst JETZT die diversen Hindernisse durchgelesen, die uns da auf der Strecke begegnen werden; im Grunde haben wir ja auch eher die Königsdisziplin unter den „Obstacle Runs“ vor uns:Truppenübungsplätze, Schluchten, Panzerstraßen, Treppen und diverse Hügel werden dieses Erlebnis sicherlich eher überschaubar entspannt werden lassen.

Strecke Hermannslauf

Insgesamt habe ich für diesen Lauf nichts Großes geplant: als Teil meiner Vorbereitung für den Supermarathon beim Rennsteiglauf werde ich den Hermannslauf also einfach nur „mitnehmen“; ich werde weder schnell laufen, noch mich sonst besonders anstrengen, denn das wird ein richtig netter LongRun mit den längst überfälligen Höhenmetern, mit etwas Glück sogar bei gutem Wetter.

Wenn ich meine lokale Fan-Gemeinde noch entsprechend bestechen kann, dann stehen da am Ende sogar ein paar Leute mit einem Schild in der Hand, um mich die letzten Meter ins Ziel zu jubeln – das wäre doch mal was. „Die Strecke führt daher auf den ersten Kilometern bergab und danach durch sehr hügeliges und anpruchsvolles Gelände. Insgesamt sind ca. 515 Höhenmeter und ca. 710 m im Gefälle zu absolvieren.“ – ich kann jetzt nicht sagen, dass das unbedingt meine Stärke ist, also werde ich auf den abwärts führenden Abschnitten wohl etwas Tempo machen müssen, um die dramatisch langsamen Anstiege wieder auszugleichen.

Training für den Hermannslauf – ohne Höhenmeter

Wie erwähnt – eigentlich trainiere ich nicht für diesen Lauf. Meine langen Strecken an den Sonntagen liegen ohnehin zwischen 30 und 42 Kilometern und auf dem Weg zu Hermannslauf stehen noch 3-4 solcher LongRuns in meinem Trainingsplan; dazu wird jetzt wohl die Squats-App auf dem Smartphone reaktiviert UND ein soeben bestellter Sling-Trainer eingesetzt.

Vielleicht hilfts ja; man weiß es nicht.

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

2 Kommentare bei “Hermannslauf: die Vorbereitung

  1. Keine Sorge: Das ist alles halb so wild. Der einzige Part, der den Hermannslauf von einem Landschaftslauf unterscheidet, sind die Lämmershagener Treppen. Ansonsten gibt es keine Hindernisse. „Sehr hügeliges und anspruchsvolles Gelände“ ist ja auch eine Frage der Perspektive. Es gibt zwei Hügel: Den Ehberg und den Tönsberg. Mit der Erfahrung der Stuttgarter Topographie habe ich den ersten nicht mal wahrgenommen und der zweite ist knackig, aber kurz. Die Besonderheit sind einfach die vielen verschiedenen Untergründe: Vom Hermann erstmal rasant runter über Forstwege mit Steinen, die im Weg liegen, dann der sandige Senneboden, dann Asphalt, dann Kopfsteinpflaster in Oerlinghausen, wieder Asphalt, Treppen, Wald, Asphalt. Oder so ähnlich. Ein toller Lauf auf jeden Fall.

  2. Wie süß, 515 Höhenmeter 😀

    Ne Spaß beiseite, ich weiß selbst viel zu gut wie fies das sein kann, wenn man das nicht trainiert. Aber da der Lauf mehr negative als positive HM hat, kannst du da durchaus noch was rausholen. Ich laufe diesen Sonntag sowas ähnliches, auch mit mehr negativen HM und nur leicht trailig mit ca 450HM auf 30km.

    So sehr ich das Berglaufen am Anfang nicht mochte, umso mehr liebe ich es jetzt. Schade dass du bei dir da keine Möglichkeiten findest, aber vielleicht findest du ja ein paar Treppen 😉

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