Laufen

Der Hubert, mein Plan und ich.

Vor knapp 8 Wochen begann die Vorbereitung für den Berlin Marathon, den Plan dafür hatte ich geflissentlich zusammengestellt: Laufbücher wurden gewälzt, Online-Pläne durchforstet, die besten Vorgaben übernommen, die schlechtesten flogen raus. Sogar das Rennrad wurde angeschafft, damit ich zwischendurch in der RECOM wenigstens das umsetze, wenn ich schon nicht Schwimmen gehe.

Ich glaube, dass die Grundstruktur irgendwie aus den alten Marathon-Plänen von runtastic stammte. Dann habe ich einzelne Einheiten gegen jene von RunnersWorld getauscht; ein anderes Mal habe ich ihn mit dem 3:45er-Plan von Hubert Beck abgeglichen und kurze Zeit später wieder mit Vorgaben von Herbert Steffny angepasst. Ich glaube, dass irgendwann auch der Greif mal ins Spiel kam, aber den habe ich schnell wieder verworfen, nur um dann am Ende letztlich doch wieder beim Beck zu landen.

Um es also kurz zu machen: inzwischen haben diverse Quellen ihren Anteil daran, ob und wie ich den Lauf im September schaffen werde; vom ursprünglichen Trainingsplan ist nichts mehr übrig (ich selber weiß kaum noch, was da wie zustande kam). Zeit also für eine kleine Bestandsaufnahme und Korrekturen.

Weitermachen!

  1. Nehmen wir also mal wieder den Beck und sein „Großes Buch vom Marathon„. Nachdem ich Ende 2013 endlich einen Marathon unter 4 Stunden geschafft hatte (3:52), wollte ich das natürlich verbessern, was dann direkt 2 Mal NICHT geklappt hat. Dieses Mal also wieder: ich trainiere auf 3:45 Std. Laut seinem Buch wäre das eine realistische Zeit, würde ich die 10 Kilometer in 51:30 Min schaffen – ich habe allerdings gar keine Ahnung, ob das passt. Ich denke eher nicht, aber nach seiner Rechnung hätte ich damals auch die 3:52 nicht schaffen dürfen. Ich bin also ganz guter Dinge…
  2. Sein Plan sagt, dass die langen Distanz-Läufe bei der Ziel-Zeit eine Pace von 6:39 min/km haben sollen – es geht schließlich um das Training von Psyche und Ausdauer. Hier habe ich von Anfang an über-paced (immer auf 6:00), und mich dann gewundert, warum ich da nicht solider werde. Wird ab jetzt also besser mal korrigiert. Allerdings laufe ich alle langen Läufer auch grundsätzlich 5km weiter, als ich müsste, weil mir das Event-Adrenalin bisher noch nie gereicht hat, um einfach mal so 10km mehr zu laufen. Is so.
  3. Das Gleiche gilt für die lockeren Läufe in GA2 (Soll = 5:45, Ist = 5:30) und die Intervall-Läufe (1000er und 400er Soll: 4:50, Ist = mindestens 4:30) – hier muss ich unbedingt aufpassen, dass ich nicht übertrainiere (meine Knie und Bänder sind ja recht empfindlich).
  4. Es lohnt sich, solche Trainingspläne auch mal genau zu lesen: wenn da steht „10km“, dann sollen vorher und nachher nämlich noch je 2km Warmup und Cooldown stattfinden. Auf die habe ich ja immer ganz fein verzichtet, sie irgendwie übersehen – auch das wird ab jetzt nicht mehr passieren.
  5. Steigerungsläufe. Joah, davon hab ich schon mal gelesen. Gemacht? Noch nie. Aber ab JETZT. Echt. Also – ab dem nächsten langen Lauf!
  6. Montags: Krafttraining. Habe ich zu Beginn ja auch richtig groß angekündigt – und jetzt ratet, was als Erstes gern mal ausfällt, wenn Besseres zu tun ist? Genau. Das Krafttraining. Wird sich aber auch ändern, versprochen! (Ohne gekreuzte Finger.)
  7. Grundsätzlich auch nicht so ganz unwichtig: das Lauf-ABC mit all seinen Übungen. Wer hier meinen Stand wissen will: ich müsste das erst noch mal genau nachschlagen. Ist aber bestimmt gut! (Oder?)

Wir sehen deutlich: an manchen Stellen hab ich vielleicht etwas zu viel draufgelegt, an anderen äußerst fahrig ignoriert, was eigentlich angeraten ist. Immerhin sind es jetzt noch 9 ganze Trainingswochen – da lässt sich noch ordentlich was gradebiegen.

Potenzial ist da.

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

3 Kommentare bei “Der Hubert, mein Plan und ich.

  1. Hi,
    wenn ich mir das mal so durchlese und ich das Gefühl habe, warum trainiert der immer mit angezogener Handbremse, dann ist das eher bedenklich.
    Und warum hast du den Greif gleich verschmissen? Ich sehe dich als doch ambitionierten Läufer, der sich doch ordentliche Ziele setzt und aus diesem Grund verstehe ich dies umso weniger. Ich kann dir nur sagen, aus Erfahrung, wer nach PG (Peter Greif) trainiert, der wird seine Ziele selten verfehlen. 100% gibts sowieso nicht.
    Und ich denke mir auch, schade, wieder so einer der Ambitionen hat, aber die wenig bis gar nicht in eine geordnete Struktur was Training und Wettkampf anbelangt bringt. So ist das nicht Fisch und Fleisch! Schade.

    Hoffe für dich, dass du dein Ziel erreichen kannst und Berlin rockst! 😉

    Schöne Grüße aus Tirol,
    Christian

    1. Was man jetzt vielleicht falsch versteht: Ich halte meine Trainingsläufe selbst grundsätzlich ein – und mein Plan läuft auch nach dem üblichen Schema ab, was die 2-wöchigen Aufbau-Phasen und folgenden Regenerationsphasen angeht; die Intervall- Läufe und Long-Runs habe ich zwar etwas zu schnell gemacht, aber durchgeführt, die RECOM auf dem Renn rad läuft auch – UND ich laufe zusätzlich noch 2 bis 3 Mal die Woche abends langsame Läufe mit meiner besseren Hälfte. Grundsätzlich mache ich mir keine Sorgen, es gibt nur ein paar Stellschrauben zur Optimierung.

      Aber Dein Kommentar war gut – der spornt an!! 😉

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