Marathon / Training

Buchstaben-Chaos: „Gut verteilt ist halb gewonnen!“ (von einem weisen Mann, der nicht genannt werden will*.)

*Ich.

Während andere an ihre persönlichen, imaginären Himmelswesen glauben und deren fanatisch geschriebenen Schriftstücke auf Erden studieren, halte ich es neuerdings ja lieber und wieder mit der „Laufbibel„, die ich mir nach langer Zeit aus dem Regal gekramt habe. Schließlich stehen da auch sowas ähnliches wie Gebote drin, ein paar Dinge, die man tun soll, sowie andere, die man nicht darf und ein paar Fakten über deren Anhänger. Eigentlich komisch – die Läufer-Gemeinde ist damit wohl die einzige solche, die man als tatsächlich relativ friedliebend bezeichnen kann, im Gegensatz zu all den anderen…

Bevor ich zu sehr abschweife: nicht nur in Marquardts Laufbibel, auch in sonstiger Lauf-Literatur ist besonders die richtige Verteilung der verschiedenen Trainingseinheiten ein Thema. Nur wenn man die entsprechenden Intensitäten richtig trainiert, kann eine Verbesserung der Leistung dabei rauskommen: die lange Grundlagenausdauer, das stärkende Tempo- und Intervalltraining, das aufbauende Schwellentraining.

Das Zahlen- und Buchstaben-Wirrwarr: jetzt könnte man ja meinen, man guckt einfach mal in diese Bücher, gleicht die Empfehlungen mit dem eigenen Stand ab und kann dann grob einschätzen, wo denn eigene Schwächen liegen – dem ist aber nicht so.

Als Erstes schaue ich bei Beck: Während er im anaeroben Pulsbereich die Einheiten in SB, IAS und EB aufteilt, folgen im aeroben Bereich dann direkt die bekannten GA2, GA1 und RECOM, dazwischen noch ergänzt um KA1 und KA2. Während er als Empfehlung dann in 3 Bereiche aufteilt, folgen direkt danach 4 Bereiche (WSA, Schwellentraining und GA2, während er dann GA1 und RECOM zusammenwirft.

HÄÄÄÄ?! Ich bin komplett durcheinander! Also mache ich es wie damals an der Uni: erstmal das Buch weglegen und akzeptieren, dass ich nicht intelligent genug bin.

Dann schnappe ich mir die Laufbibel, da gibt es ja auch eine Erklärung zum Trainings-Mix. Marquardt allerdings teilt schon mal die Trainings-Wochen in „VP I-III“, sowie WP und ÜP, in denen dann WSA, GA1, GA2 und REKOM verteilt sind, das Schwellentraining allerdings nicht definiert wird. Schon wieder so viele Abkürzungen!!

Jetzt bin ich komplett verwirrt, vor allem, weil beide nicht vergleichbar sind: Beck schmeißt RECOM und GA1 zusammen, Marquard nicht, dafür lässt der das Schwellentraining raus. Vielleicht sollte ich es einfach lassen?

Nein. Noch gebe ich nicht auf: ich bin ja jetzt neu bei RUNALYZE und habe dort zumindest die letzten 2 Monate ein- und nachgetragen – vielleicht verstehe ich es ja, wenn ich die Daten dort anschaue? Ergebnis: VDOT und TRIMP sind dort DIE wichtigen Merkmale für den Trainingserfolg zusammen mit ATL, CTL und TSB. Die GAs kommen gar nicht vor, dafür teilt sich die Statistik in die (immerhin verständlichen) Kürzel für RG, TDL, LL, WA und IT auf – was ordne ich den nun welchem Bereich zu? Und nach wessen Vorgabe, Beck oder Marquard?

Ich kapituliere. Ob ich gut liege? Pah, wer weiß das schon. Ich weiß sicher, dass ich viele lange Läufe hinter mich bringe, zwischendurch Intervalle laufe, dass ich meine Marathon-Pace noch nicht so gut halten kann und irgendwie sicher ans Ziel komme. 

Der Rest bleibt ein Buchstaben-Sammelsurium, mit dem nur die Fanta4 umzugehen wüssten.

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

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