Gesundheit

Blutende Brustwarzen: Das weckt Lebensgeister!

Abgesehen davon, dass die leichte Überbelichtung des nachfolgenden Fotos wohl aufzeigt, wie sehr ich langsam nicht mehr zu den wirklich jüngsten Hüpfern in Laufschuhen gehöre (man, ging das schnell!), offenbart sie auch ein recht typisches Problem diverser Läuferinnen und Läufer: blutende Brustwarzen. Ich fühle mich prinzipiell nicht allzu schlecht, wenn ich gerade nach 35 Kilometern im Wald vor lauter Heldentum vielleicht sogar Schürfwunden mit nach Hause bringe – aber es bleibt schon nicht unbemerkt, wenn sich das Gefühl von rauem Sandpapier über diesen inzwischen überempfindlichen Bereich des Oberkörpers rubbelt.

Ich möchte auch auf diesen einen, ganz bestimmten Moment verweisen, der genau dann auftritt, wenn Du nach dem Sport unter der heißen Dusche stehst – und Dir das Wasser erst über den Kopf läuft, sich dann am Hals hinab über die Schultern verteilt, um letztendlich den Ort des Schreckens zu erreichen: die frisch aufgerissenen, empfindlichen und noch leicht erröteten Brustwarzen. HELL YEAH – DAS WECKT LEBENSGEISTER!!

Blutende Brustwarzen

Während des Laufs selbst bleibt das Problem relativ lange noch eher unbemerkt; über Stunden und kontinuierliche Laufbewegungen rubbelt sich der Stoff heimlich an sein Ziel. Meist wird es erst dann deutlich, wenn man am Ende schließlich zur Ruhe kommt, der durchnässte Stoff am Körper klebt oder aber, wenn man ganz aus Versehen die besagte Stelle berührt. Wie auch immer es passiert: es gibt wohl schönere Gefühle, die sich beim Laufen empfinden lassen, egal welchem Fetisch man denn sonst so in der Freizeit frönt.

Nippel-Bluten – woran liegt es eigentlich?

Kommen wir also erstmal zur Biologie. Eine für das Problem eher wenig hilfreiche Grundbedingung ist es, dass die Brustwarzen – egal ob bei Mann oder Frau – durch sehr feine Muskeln und Nerven gesteuert werden. Es reichen entweder Berührungen, oder aber auch Kälte, um die Brustwarze dazu zu bringen, sich aufzurichten; Gleichzeitig sind diese Körperregionen ohnehin schon stärker durchblutet. Da haben wir schon mal die eine Seite – die andere: je rauer und je nasser der Stoff des Lauf-Shirts (oder Sport-BHs) wird, desto mehr reibt dieser Stoff natürlich an der schon aufgerichteten Brustwarze (es tut bereits beim Schreiben weh.)

Ganz besonders Baumwolle neigt übrigens dazu, sich bedingungslos mit Wasser und Schweiß voll zu saugen – und damit wie eine Reibe über diese empfindlichen Körperteile zu schmirgeln.

Empfehlungen gegen blutende Brustwarzen

  1. Feine Lauf-Textilien. Natürlich scheint es ziemlich logisch: wenn rauer Stoff oder Baumwolle dazu neigen, sich mit Feuchtigkeit aufzusaugen und damit zu blutenden Brustwarzen führen, dann macht es Sinn, eher nach sehr glatten und feinen Lauf-Textilien zu schauen. Allerdings – und das sehe ich eher als Nachteil – wissen wir auch, dass diese Funktionskleidung sehr oft mit unschönen Chemikalien vollgepumpt ist, so dass ich diese Variante eher bedingt optimal finde. Ich selber versuche aktuell, immer weniger solcher Laufkleidung zu verwenden.
  2. Kompressions-Unterwäsche. Mein Favorit: ein richtig(!) eng anliegendes Kompressions-Unterhemd unter dem T-Shirt sitzt dermaßen eng, dass es kaum zu einer Reibung der Brustwarze kommen kann. Da gibt es verschiedene Anbieter und Hersteller, momentan laufe ich mit dem Shirt von „Strammer Max“ (nein, diese Erwähnung ist nicht gekauft). Natürlich ist das im Hochsommer suboptimal, wenn man eigentlich so wenig wie möglich bekleidet sein möchte – aber: there always is a price to pay.
  3. Das Pflaster. Gegen blutende Brustwarzen kann man natürlich auch ein Pflaster tragen: auch da gibt es verschiedene Anbieter. Großer Nachteil: zumindest als Mann muss man an dieser Stelle natürlich dafür sorgen, dass die hübschen Haare nicht die Haftung verhindern und sich entsprechend die Brust rasieren. Während das vermutlich für die meisten Triathleten ohnehin der Fall ist, kann ich damit nicht dienen – solange es nicht nötig ist, weigere ich mich, genau das zu tun. No no!
  4. Vaseline, Melkfett. NO WAY!! Vaseline und Melkfett (eigentlich fast das gleiche) bestehen fast ausschließlich aus ERDÖL, so dass diese schon mal komplett rausfallen; niemand sollte sich dessen Bestandteile auch noch freiwillig auf dem Körper verteilen, erst im letzten Sommer hat die Stiftung Warentest wieder davor gewarnt, dass diese Produkte krebserregend sein können.
  5. Hirschtalg. Geht gar nicht! Natürlich bin ich da als Vegetarier der falsche Ansprechpartner, aber ich zitiere hier nur mal kurz: „Hirschtalg (lat. adeps cervinus) ist ein weißes, sprödes Fett, das aus dem ausgeschmolzenen Talg von Hirschen besteht. Talg (lat. Sebum, auch Ungel, Unschlitt oder Inselt) ist aus geschlachteten Wiederkäuern gewonnenes festes Körperfett.“ Na, eklig genug?
  6. Oben-ohne Laufen. Vermutlich ist diese Lösung eher uns Männern vorbehalten, zumindest wenn man (bzw. frau) nicht gerade durch eine einsame Wüste läuft. Ich würde zwar auch niemals oben ohne durch Berlin laufen, aber im Urlaub oder im Wald (und natürlich nur im Sommer) kann das schon mal den Schmerz lindern.
  7. Für Frauen: der Sport-BH. Dazu kann ich natürlich nicht zu viel sagen – aber ich weiß, dass solche BHs ohnehin sehr fest und eng sitzen sollen, um ihren Zweck zu erfüllen; damit kämen sie im Prinzip der Funktion eines sehr engen Kompressions-Shirts gleich. Vielleicht kann man diese dann sogar noch mit einem entsprechenden Schutzpflaster kombinieren?

Blutende Brustwarzen: die richtige Pflege

Was tun, wenn das Problem schon vorhanden ist? Gute Frage, denn eigentlich scheint es wohl so, dass nur die Zeit hier alle Wunden heilt. (Haha, wie komisch!) Allerdings habe ich mich gefragt, ob der „entstandene Schaden“ nicht sehr den Problemen ähnelt, die auch stillende Mütter hin und wieder diesbezüglich haben können – und siehe da: das könnte durchaus Sinn machen.

Konkret wird hier sogenanntes „Wollfett“ oder Wollwachs genannt – ein Fett, welches ebenfalls wieder aus Talg besteht und beim Waschen von Schafswolle gewonnen wird. Kann man überlegen, aber auch dieses Fett ist  für mich grenzwertig. Gottseidank gibt es aber eine Menge pflanzlicher Öle zur Pflege der Brustwarzen beim Stillen, so zum Beispiel Multi Mam oder Pranarom.

FAZIT: Kompression während des Laufs – und blutende Brustwarzen bleiben aus! (Für den Spruch sollte ich in die Werbung gehen, ich weiß…)

Was sind Eure Hausmittelchen und Tricks? Ich bin gespannt!

 

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

5 Kommentare bei “Blutende Brustwarzen: Das weckt Lebensgeister!

  1. Seit ich, aus reiner Neugier und Bequemlichkeit, den Compeed Anti-Blasen Stick für die Brustwarzen statt den Fersen ausprobiert habe, gehört dein oben genanntes Hell Yeah für mich der Vergangenheit an. Hilft auch gegen den Bösen Wolf 😉

    1. Das hört sich allerdings sehr spannend an! Den Trick werde ich unbedingt mal versuchen… Grüssle in die Schweiz!

  2. Wenns oft genug scheuert – bildet sich dann da nicht auch Hornhaut? 😀
    Im Ernst: Ich hatte das bisher zum Glück nur ein paar seltene Male. Mache dann immer nach dem Duschen Bepanthen Wundsalbe drauf, bei den nächsten Läufen Pflaster drüber und dann klappt das schon.

    Und zum Thema Brust rasieren wegen der Pflaster: sind wir Männer oder Mäuse? :-) Nach dem Lauf gehen die immer ganz easy ab bei mir – spätestens unter der warmen Dusche.

    1. Na dann lauf mal schneller und weiter, dann passiert das öfter! 😉 Spaß beiseite: so oft passiert mir das auch nicht. Aber je mehr ich versuche, von Chemie-getränkten Supermaterialien wegzukommen, desto mehr merkt man gleichzeitig, dass das hin und wieder grobere Material anders wirkt. Und wegen der Pflaster: es geht mir ja gar nicht ums Abziehen, das ist ja Pipifax. Es geht eher darum, dass es überhaupt ordentlich hält, bei so viel Männlichkeit auf der stolzen Brust 😛

      Ich werd da auf jeden Fall mal den Tipp von Mario probieren, wenn es im Sommer wieder so weit ist…

  3. Ich trage quasi seit meinen ersten Laufkilometern immer und bei jedem Wetter ein enges Laufunterhemd drunter um das Scheuern zu vermeiden, so blutig hatte ich die Brustwarzen zum Glück auch ohne noch nie. Man hört und liest aber immer wieder davon :(

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *