Marathon

Berlin Marathon: Tapering-Phase

Da wären wir also, die letzten 14 Tage vor dem großen Lauf sind angebrochen. Ab jetzt heißt es: Tapering – und die Regeneration des geschundenen Körpers unterstützen. Für die Regeneration der Seele hat BROOKS inzwischen gesorgt: passend zum Thema lieferte die Post den Berlin-Schuh vom Sponsor aus Münster an, so dass es keinerlei Bedenken mehr geben kann!

BROOKS Ghost Berlin Edition

Jetzt muss nur noch der physische Teil gehegt und gepflegt werden: der Trainingsumfang wird ab dieser Woche deutlich runtergefahren, während die Intensität aber beibehalten wird; in den letzten Tagen vor dem Lauf werde ich dringend versuchen müssen, zusätzlich ein wenig mehr zu schlafen (was ganz sicher nicht meine Stärke ist). Damit steht also mein persönlicher Plan für die letzten beiden Tage:

Tapering – erste Woche

Die Ernährung wird hier eher Eiweiß-lastig (für die Regeneration der Muskulatur), die Flüssigkeitszufuhr beachte ich natürlich wieder sehr genau, mindestens 7 Stunden Schlaf pro Nacht sind Pflicht. Die Läufe halten sich eher kurz und knackig und ich befasse mich bereits mit der Streckenplanung, damit ich strategisch gut da durch komme. Es wird viel massiert, gesalbt und geölt, vielleicht gönne ich mir am Wochenende sogar mal sowas wie einen Sauna-Tag – oder liege einfach nur auf der Couch rum und gucke Serien. Laut Trainingsplan steht am Sonntag ein letzter Intervall-Lauf an, was ich grundsätzlich eher merkwürdig finde – denn Tempo ist jetzt eigentlich nicht mehr das, was man machen sollte.

BROOKS Ghost Berlin Edition

Tapering – zweite Woche

Die Ernährung wechselt jetzt vom Eiweiß-Schwerpunkt zu den Kohlenhydraten. Allerdings: das bedeutet nicht, dass ich mir jetzt jeden Tag große Eimer mit Nudeln einverleibe – es geht hier um den Anteil an den Mahlzeiten, der sich nun verschiebt. Es gibt nur noch 2 ruhige Dauerläufe über 6 Kilometer, ansonsten werde ich in diesen Tagen vor lauter Aufregung wahrscheinlich große Schwierigkeiten haben, die Lauf-freie Zeit wirklich zur Entspannung zu nutzen. Am Tag vor dem Lauf wird noch mal kurz und langsam „angetriggert“, dann folgt eine vermutlich sehr schlaflose Nacht. Gar nicht schlimm: angeblich ist die VORLETZTE Nacht viel wichtiger, als die letzte…

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Der große Tag: Berlin-Marathon

Das Gute ist, dass die Strecke bei Kilometer 16 keine hundert Meter vor meiner Haustür entlangläuft – und noch viel besser ist es, dass die Liebste sich genau dort drapieren wird, um die Trinkflaschen zu tauschen. Da ich nämlich keine Lust darauf habe, an der typischen Plastikmüll-Sammlung von Lauf-Events teilzunehmen, muss einfach eine Flasche in der Hand mitlaufen – und die kann ich dann an Ort und Stelle gegen eine frische auswechseln. Wenn das kein Service ist!! (Drückt bloß alle Daumen, dass sie pünktlich am richtigen Platz steht.)

Ansonsten gibt es dieses Mal keine großen Pläne: ich hoffe auf akzeptables Wetter (lieber eher frisch als zu warm), gute Laune bei den Zuschauen an der Strecke und kaltes, alkoholfreies Weizen im Ziel – gerne mit Euch!

 

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

7 Kommentare bei “Berlin Marathon: Tapering-Phase

  1. Ich bewundere Deine Disziplin wenn Du es denn durchhältst 😉 Pass nur auf, dass du dir keine Erkältung holst. Das passiert mir in Pausenzeiten nach längeren Trainingsphasen manchmal. Was peilst Du denn zeitlich an?

    Bei mir wird es in München ernst und da ich schon immer der bin, der lieber nen Wettkampf läuft als Intervalle zu trainieren, geht es die kommenden beiden Wochenenden nochmal richtig ab. Dann sind noch zwei Wochen Zeit zum Wunden lecken und erholen.

  2. Es ist mir klar, dass man das bei Amateuren nicht so eng sieht, möchte aber trotzdem darauf hinweisen, dass Deine durch die Liebste gereichte Trinkflasche eine Regelwidrigkeit gem. Regel 240 Nr. 8 h der Internationalen Wettkampfregeln des DLV und IAAF darstellt, die auch für den Berlin Marathon gültig sind:
    „Ein Läufer, der Verpflegung oder Wasser an einem anderen Ort als
    den offiziellen Stationen aufnimmt oder erhält (außer wo das aus
    medizinischen Gründen durch oder unter Leitung von Wettkampf-
    offiziellen gestellt wird) oder wenn er Verpflegung von einem ande-
    ren Läufer nimmt, sollte beim ersten solchen Verstoß durch den
    Schiedsrichter normalerweise durch Zeigen einer gelben Karte ver-
    warnt werden. Bei einem zweiten Verstoß muss der Schiedsrichter
    den Läufer disqualifizieren, normalerweise durch Zeigen einer Ro-
    ten Karte. Der Läufer muss dann sofort die Wettkampfstrecke verlas-
    sen.“
    Ebenso verboten ist übrigens das Mitführen von Handys, MP3-Playern, Kopfhörern (Regel 144).
    Ob man sich als Amateur an solche Regeln halten will oder nicht sollte wohl jeder selbst wissen. Auch wenn man’s albern finden mag: Seitdem ich von diesen Regeln weiß, habe ich auf verbotene Praktiken auch verzichtet, weil ich irgendwie doch auf eine „regelkonform erlaufene“ Zeit stolz sein wollte..

    1. Das mag grundsätzlich richtig sein. Abgesehen davon, dass der Griff zu einer gereichten Flasche von der Seite aber nicht anders ist, als ein Griff zu einem gereichten Plastikbecher – was damit keinen Unterschied zur erbrachten Leistung macht – ist mir die Vermeidung von Plastikmüll leider wichtiger, als so ein Unsinn. Die Veranstalter können ja mal anfangen, all jene Läufer auszusieben, die eigene Flaschen dabei haben oder beim Lauf Musik hören, dann wäre die Teilnehmerzahl sehr schnell ziemlich gering – gerade unter den vor Dir genannten Amateuren.

      ich bin übrigens immer auf meine erlaufene Zeit stolz, daran kann auch so eine Einstellung nichts ändern.

    2. Mitführen von Handys? Wirklich? Also ehrlich – wenn ich bei einem Marathon irgendwo auf weiter Strecke aufgeben muss, möchte ich mir schon ganz gern ein Taxi rufen können.

  3. Für die Eigenverpflegung gibts bei Wettkämpfen immer ausgewiesene Zonen. Der Hintergrund der Regel dürfte aber weniger sein, dass man darin einen Wettbewerbsvorteil sieht, sondenr mehr, dass man nicht möchte, dass entlang der ganzen Strecke Plastikbecher weggeworfen werden.

  4. @ blabbermaul: Sag ich ja. Hierzulande wwerden die Veranstalter wohl kaum damit anfangen, die entsprechenden Regelverstoßer aus dem Freizeitsportbereich auszusortieren. Dennoch findet man in den diesjährigen offiziellen Teilnehmerinformationen des Berlin Marathons immerhin den Hinweis auf das offiziell geltende Kopfhörerverbot. In den USA kann es Dir hingegen auch als Amateurteilnehmer passieren, dass Du bei derartigen Verstößen disqualifiziert wirst! Da hat sich dort schon der eine oder andere Europäer gewundert…
    Übrigens: Flaschen, die Du selbst von der Startlinie an mitführst, sind völlig in Ordnung!
    Ganz gleich wie Du’s hältst: Viel Spaß und Erfolg in Berlin!!

    @ Tom: Das von Dir gedachte Motiv Müllvermeidung/Umweltschutz in allen Ehren, aber wenn man sich das Regelwerk des deutschen/internationalen Leichtathletikverbandes ansieht, dann geht es darin einzig und allein um Aspekte des sportlichen Wettkampfs. Der Hintergrund der Regel ist ganz sicher eben doch die Vermeidung von Wettbewerbsvorteilen.
    https://www.leichtathletik.de/fileadmin/user_upload/12_Service/Wettkampforganisation/01_Bestimmungen_Satzung_Vordrucke/Wettkampfbestimmungen/IWR_2014.pdf

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