Marathon

Amsterdam Tag 2 – der MARATHON mit #runhappy und #iamsterdam

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Heidewitzka, was für ein Spass! Die Teilnahme an einem weiteren Marathon nur 3 Wochen nach Berlin war vielleicht nicht die vernünftigste, dafür definitiv aber eine der besten Lauf-Entscheidungen in diesem Jahr: was für ein großartiges Erlebnis, was für tolle Zuschauer, was für ein Fest!

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Ich konnte ja schon vor 3 Wochen nicht so ganz begreifen, warum alle Läuferinnen und Läufer den Berlin Marathon so sehr anhimmeln, fand das Ganze eher unterdurchschnittlich spannend und war weder von der Strecke, noch vom Publikum zu begeistert. Bis dato wäre es möglich gewesen, dass ich von den tollen Erlebnissen beim Marathon in Paris – bei bestem Wetter und wunderbarem Publikum – einfach verwöhnt war. Jetzt aber hat es mir der Lauf in Amsterdam noch einmal deutlich bestätigt, dass ich mit meiner Einschätzung wirklich richtig liege…

Samstag: die Marathon-Messe | #runhappy

Alles ein bisschen chaotischer, ein bisschen weniger straff organisiert, ein bisschen entspannter. Es muss nicht immer „typisch deutsche Ordnung“ sein, die selbst auf einer solchen Messe ihren Einsatz findet: hier wuselt jeder etwas kreuz und quer, es ist enger, lauter, wirkt fast durcheinander. Die Stimmung vor dem großen Lauf ist spürbar, alle sind ein bisschen aufgeregter; Franzosen, Niederländer, Belgier, Deutsche, Spanier freuen sich auf den nächsten Tag. Was auffällt: selbst am letzten Messe-Abend haben alle noch wirklich gute Laune und sind auch entsprechend freundlich.

Die Brooks-Ambassador-Kombo stürmt natürlich direkt den BROOKS-Stand vor Ort, die Kollegen aus Amsterdam sind zuerst ein bisschen verwirrt, freuen sich dann aber über uns, die wir direkt mal all die netten Sehenswürdigkeiten in Beschlag nehmen. BROOKS-Kollegin Bengü lässt sich sogar zu einem kleinen Rennen auf dem Laufband überreden, während Carmen, Caro und Axel sich schon mal auf das Ziel-Foto vorbereiten…

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Start-Unterlagen sind abgeholt, Beutelchen gepackt, die Stimmung auf dem Hoch – der Lauf darf kommen.

Sonntag: Der TCS Amsterdam Marathon | #iamsterdam

Es wird kollektiv gejammert – die komplette Gruppe ist müde und würde gern noch ein paar Stunden schlafen, wir frieren und fühlen uns eindeutig eher nach „Sonntag auf der Couch“ als „Sonntag 42,195 Kilometer laufen“. Lediglich Marcel scheint mit seiner Energie mal wieder auf 130% zu liegen und zwingt uns, endlich ein bisschen weniger rum zu nölen; wir geben uns schließlich geschlagen und halten einfach die Klappe, stattdessen lungern wir vor dem Olympia-Stadion herum, wo sich die Marathon-Teilnehmer an der frischen Luft versammeln und Sascha noch ganz fix einen Mini-Twitterlauftreff veranstaltet (der Frederic von läuftdoch.de war auch in Amsterdam am Start).

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Startschuss soll um 9:30 Uhr sein, ab 9 Uhr schiebt sich die aufgedrehte Masse Richtung Eingang – wo sich schon bald ein wirklich stimmungsvoller Anblick bietet: auch wenn die Zuschauer-Ränge nicht ganz gefüllt sind (niemand verlangt von den armen Angehörigen, selber auch noch so früh aufzustehen), macht der Startbereich schon richtig Laune.

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Ich selber habe beschlossen, mich beim Lauf so lange wie möglich einfach an Mario zu klemmen – seine typische Schweizer Ruhe und Gelassenheit überzeugen mich, dass das eine gute Entscheidung sein dürfte; allerdings ist mir klar, dass ich das nicht bis zum Ende durchhalten werde, dazu macht der Kerl zuhause im Training einfach zu viele Höhenmeter…

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Der Marathon

Das Wichtigste vorab: das Publikum in Amsterdam war der Hammer. Völlig egal wie schnell oder langsam ein(e) Läufer(in) war, am Seitenrand herrschte große Unterstützung und beste Laune; völlig egal ob es mehr oder weniger regnete, am Straßenrand war Party. Niederländer, Belgier, auffallend viele Franzosen – ich weiß nicht, wie oft ich „Hup, Dominik, hup!!“ oder „Courage!! Courage!!“ gehört habe, wie oft mir Zuschauer auf die Schulter klopften oder mich anfeuerten. Besonders auffällig: im Gegensatz zu Berlin, wo 70% der Zuschauer lieber auf ihre Smartphones starrten, konnte ich hier wirklich wenig davon sehen – man konzentrierte sich tatsächlich auf die Strecke!

Ich könnte außerdem auch wetten, dass selbst beim allerletzten Läufer dieses Marathons noch jubelnde Menschen am Straßenrand standen und ihn/sie ins Ziel begleitet haben…

Nächster – EXTREM POSITIVER – Eindruck: die Getränkeversorgung gab es aus Papp-Bechern statt aus Plastik; alleine darüber konnte ich mich an jedem Versorgungsstand wie ein kleines Kind freuen. Also wiedermal als kleine Empfehlung an all die anderen Veranstalter: bitte nachmachen!

Ach, und bevor ich es vergesse, eine weitere großartige Idee der Veranstalter: das „Mental Support Team“. Da gab es doch tatsächlich in der 2. Streckenhälfte junge Leute (erkennbar an ihren grünen Shirts mit entsprechender Aufschrift), die all jenen, die mal Geh- oder Dehnungspausen machen mussten sofort zur Seite sprangen, ihnen Mut zusprachen, ein paar Meter mit ihnen gingen, sie wieder aufbauten. Die Organisation war einfach ganz, ganz groß – von den regelmäßigen Party-Bussen entlang der Strecke bis zu den vielen Bands (die übrigens tatsächlich immer spielten und gute Laune verbreiteten), bis zu den Party-Booten auf Grachten und Kanälen und den Hausbewohnern in ihren Vorgärten: ein Träumchen.

Am Ende bleibt zu sagen: dieser Marathon war trotz des gelegentlichen Regens fantastisch. Nicht wegen irgendeines Ergebnisses, sondern wegen des Gefühls vom Anfang bis zum Ende.

Danke, Amsterdam!!

Ich komme wieder.

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

4 Kommentare bei “Amsterdam Tag 2 – der MARATHON mit #runhappy und #iamsterdam

  1. Hallo Dominik,

    Super Bericht, der genau zusammenfasst, was ich bei diesem Lauf erlebt habe.

    Unglaublich gute Stimmung von den Zuschauern und insgesamt, eine sehr gute Organisation des Veranstalters. Kleinere Mängel (Nur Plastik-Einkaufstüten als Starterbeutel, keine ordentliche Info zu Duschen, missverständliche Wegbeschreibung ein paar etwas enge Kurven am Anfang der Strecke und etwas knappe Nachzielverpflegung) hatte ich ja schon in meinem Blogpost erwähnt. Die Pappbecher und auch die ausreichende Größe der VPs sind mir positiv aufgefallen. Insgesamt überwiegt eindeutig das positive bei dieser echt tollen Veranstaltung.

    Außerdem war es nett Sascha und euch andere Brooks Ambassadors of Run Happy vor dem Lauf zu treffen. :-)

    Ich werde auch wieder kommen. Vermutlich nicht 2016, aber vielleicht ja schon 2017.

  2. Herzlichen Dank für deine witzigen Berichte über Amsterdam und die Erwähnung oben. Ich musste herzlich lachen und erinnerte mich gleich an meine ersten 10km nach Amsterdam, wo ich, ohne es gross zu merken, 150 Höhenmeter machte. Knapp dreimal soviel wie in A’dam, wo ich auf 58m kam…
    Bis bald
    Mario

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