Motivation / Training

Alleine Laufen – oder in der Gruppe?

Ich frage mich gelegentlich, warum so viele Läuferinnen und Läufer immer wieder nach Begleitung für ihre morgendlichen, abendlichen oder zwischendurchendlichen Läufe suchen – und es vorziehen, in Grüppchen unterwegs zu sein. Klar, der ein oder andere Vorteil mag sicher dabei sein: wenn es im Intervall mal hängt, dann ziehen einen die anderen mit. Wenn die letzten Kilometer schwer werden, dann hilft die Gruppe. Oder wenn man in dunklen Ecken einer Stadt laufen muss, dann bietet die Begleitung Sicherheit. Das kann alles recht plausibel sein. Aber was ist mit diesem „Alleine Laufen“ – finde nur ich es so schön, stundenlang mal völlig für mich und ungestört mit meinen Gedanken zu sein?

Alleine Laufen

Alleine Laufen – meditatives Laufen

Wenn ich laufe, dann will ich fokussieren. Ich möchte mich nicht groß unterhalten, will nichts von meinem Tag erzählen, berichten oder ausführen. Genauso wenig möchte ich aber zuhören. Natürlich kommt auch oft die Frage, ob das nicht irgendwann sehr langweilig wird, stundenlang so stur vor sich hin zu trotten; ich durfte mir tatsächlich sogar schon anhören, dass ich wegen des vielen Laufens doch bestimmt das wahre Leben verpassen würde. (Ja, da war auch ich etwas fassungslos.)

Genau das Gegenteil ist der Fall: während des Laufens lasse ich den Alltag los und konzentriere mich auf das Jetzt. Natürlich braucht das anfangs ein bisschen: erst denke ich alle offenen Themen aus dem Büro durch, ärgere mich über alles, was mir quer sitzt. Ich führe in Gedanken imaginäre Gespräche mit Kolleginnen/Kollegen und Vorgesetzten, streite mich in erdachten Meetings und freue mich, wenn ich irgendwann alle potenziellen Themen durchdiskutiert habe – im Kopf. Ich kündige etwa 23 Mal den Job, vertrage mich genau so oft wieder mit dem Chef, ich brülle den Praktikanten an oder werfe das Notebook aus dem Fenster. Nach etwa der ersten Stunde wird es schon ruhiger im Kopf, ich höre meinen Atem, meine Schritte, nehme die Umgebung deutlich wahr, lasse den Alltag zurück.

Dann entspanne ich – und genieße. „Meditatives Laufen“ nennt man das – manche machen das absichtlich, ich wohl eher ein bisschen zufällig, aber der Effekt ist dann doch ähnlich: Körper und Seele kommen in Einklang. (Ich alter Esoteriker!)

Alleine Laufen

Befreiende Gedankenspiele

Ich bin anfällig für negative Gedanken; ich sauge sie in mich auf wie ein Schwamm und grüble über alles, bis es mich selbst einnimmt. Es erschöpft mich, tagtäglich in den Nachrichten zu sehen und zu lesen, wie rechte und rechtskonservative Parteien das Land und Europa überrennen, es verletzt mich, wie wir mit der Umwelt umgehen, es macht mich wütend, wie wir Tiere quälen, es macht mich krank, wie Menschen mit Menschen umgehen. Und ich kann es nicht ausblenden; Desinteresse aus Selbstschutz ist für mich leider keine Option. Aber: das Laufen hilft mir.

Alleine Laufen – das ist für mich meine persönliche Therapie, meine kleine Selbstheilung. Es gibt genügend Quellen, die eine anti-depressive Wirkung von Ausdauersport belegen, so dass es irgendwie auch bei mir wie ein Katalysator funktioniert: ich laufe die Sorgen und Gedanken einfach aus dem Kopf.

Viel Bewegung lässt die Serotoninspiegel steigen und verbessert die noradrenerge Transmission im Gehirn. Zudem begünstigte Sport in Studien das Wachstum neuer Nervenzellen im limbischen System.

Sicherlich: das würde wohl auch passieren, wenn man in der Gruppe läuft – und vermutlich hätte ich kein Problem damit, mit anderen Läufern Kilometer zu machen, wenn wir uns währenddessen auf ein Minimum der Kommunikation beschränken (was vermutlich unter Trail-Läufern sogar öfters der Fall ist), allerdings ist es für mich allein eben einfacher, das ganz frei zu entscheiden.

Alleine Laufen

Innere Ruhe vor dem Sturm

Natürlich laufe ich meistens nach einem Trainingsplan, so dass ich mich eigentlich immer an die Vorgaben halte. Nichtsdestotrotz möchte ich, dass mir das Laufen grundsätzlich Spaß macht: wenn mein Körper mir sagt, dass an einem Tag partout kein Tempodauerlauf drin ist, dann ist das eben so. Oder wenn ich am Tag eines Regenerationslaufes die Energie von 12 Pferden habe, dann wird eben dieser zum ungeplanten Tempolauf.

Ich möchte mir diese Flexibilität bewahren, ich möchte spontan sein können. Ich möchte auf einem Trail auch mal 5 Minuten Pause machen können, um die Aussicht zu genießen, im Sommer mal die Füße in den See halten, weil es zu heiß ist oder im Winter den Geruch des frischen Schnees genießen – all das ist nun mal einfacher und unkomplizierter, wenn ich es mit niemandem besprechen muss.

Es gibt Ausnahmen: ich beneide dieses Paare, wo einer der beiden den jeweils anderen auf dem Fahrrad begleitet (dies ist ein versteckter Hinweis an eine bestimmte Person), am besten sogar noch mit Versorgung im Fahrradkorb (auch ein versteckter Hinweis).

Alleine Laufen

Spontaner Strecken-Spaß

Auch auf meinen Strecken bin ich gern sehr spontan – oft passiert es, dass ich noch beim Loslaufen gar nicht weiß, wo ich heute laufen will; die Streckenführung darf da gern aus dem Bauch heraus kommen. Mal plane ich, den langen Lauf über das Tempelhofer Feld zu machen und biege dann doch Richtung Friedrichshain ab, mal will ich die Intervalle dort im Volkspark laufen und bin dann doch im Treptower Park unterwegs. Mal habe ich Lust, den „Urban Trail“ entlang der Spree zu machen und bin schließlich doch im ländlichen Berliner Umland auf der Strecke.

Alleine Laufen

Alleine Laufen ist Kopfsache

So sieht’s aus. Ich bin sicher, dass das Laufen in der Gruppe auch Vorteile hat- nur kenne ich die nicht, weil ich sie tatsächlich noch nicht erlebt habe. Ich habe keine Muße, mich irgendwelchen Nike-, Adidas- oder Sonstwas-Laufgruppen anzuschließen, die in großen Rudeln die Städte bevölkern. Ich habe wenig Interesse mich einzuschränken, gebe aber zu, dass ich hin und wieder den Austausch mit anderen Läuferinnen und Läufern brauchen könnte.

Also raus damit: was meint Ihr dazu? Alleine Laufen oder in der Gruppe?

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

24 Kommentare bei “Alleine Laufen – oder in der Gruppe?

  1. Ich bin die klassische „Allein-Läuferin“. Meine Tage sind so voll gestopft mit Terminen, ständig hab ich Leute um mich rum, so dass ich das alleine Laufen in der Regel sehr schätze. Den Kopf frei bekommen, ganz bei mir sein, geniessen, abschalten, mich auf mich und meine Einheit konzentrieren. All das wäre mit Laufgruppen nicht wirklich möglich. Und doch sehne ich mich ab und zu, an Tagen an denen es draussen nass und kalt ist, nach jemandem der mich motiviert die Laufschuhe zu schnüren, jemand der mich unterwegs aufbauen kann, wenn die Motivation sinkt oder einfach da ist und die Zeit so ihm Nu vergehen lässt, weil man ein tolles Gespräch hat.

    Was mich weiter davon abhält in Gruppen zu trainieren, sind die unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Es ist so schwierig jemanden zu finden, der von der Pace her einigermassen passt und ähnliche Trainings absolviert.

    Aber manchmal für das gemeinsame Erlebnis wärs halt schon schön. Naja, man kann nicht alles haben!

    1. Das verstehe ich zu gut – und für die Schlecht-Wetter-Tage kann ich nur sagen: es ist großartig, dass ich meinen 4-Pfoten-Pacer habe, der Hund ist da immer noch der beste Buddy 😉

  2. Auch, wenn ich mich sehr über gelegentlich Runden mit Freunden sehr freue, laufe auch ich zu 90% alleine – und genieße es sehr. Wie Du mag ich dieses meditative Laufen, das einem so viel Raum und Ruhe für Gedanken lässt.

    Zum anderen aber ist es bei mir auch so: Wenn ich alleine laufe, habe ich alles selbst in der Hand: Wann ich starte, wie lange ich laufe, wie schnell ich laufe, wo ich laufe. Beim Laufen bin ich der Bestimmer, der Diktator, der König. Niemand redet mir da rein. Und ich will da keine Kompromisse eingehen. Dieses Privileg habe ich sonst nirgends in meinem Leben.

    Fairerweise muss ich aber anmerken, dass das Laufen in der Gruppe motivierender ist und oft einfacher fällt. :-)

  3. Hi,

    ich laufe auch zu 90% alleine bzw. mit Hund und bin auch ganz glücklich damit. Laufen ist auch für mich eine Möglichkeit abzuschalten und einfach mal nicht zu denken. Klar dauert es meist eine Zeit bis der Kopf leer ist, aber grade die langen Läufe sind pure Erholung vom Alltag. Einfach mal 3-4 Stunden in der Natur sein, an nix außer den nächsten Schritt denken und genießen. Dabei würden mich andere Menschen auch nur stören, selbst wenn sie nur nebenher trotten. Ich unterhalte mich schon im Alltag recht wenig (freiwillig, abgesehen von der Arbeit) mit anderen, da werde ich beim Laufen nicht damit anfangen.
    Für die meisten Gruppenläufe bin ich einfach auch zu unflexibel was meinen Tagesablauf angeht, ich kann meistens nicht spontan entscheiden ob ich laufen gehen oder nicht. Ich muss das mehr oder weniger planen und das mit der Familie abstimmen. Mich da regelmäßig zu fixen Zeiten rauszunehmen klappt einfach nicht.
    Ein anderer Grund der meiner Meinung nach gegen Gruppenläufen spricht ist, dass es schwer ist jemanden zu finden der das selbe Tempo läuft und nicht einer entweder unter- oder überfordert ist. Für gelegentliche Läufe mag das egal sein, aber Training erfolgt ja doch meist nach Vorgaben, zumindest grob.
    Ich war jetzt in den letzten Wochen zweimal mit Fremden laufen die wie ich in einer FB Gruppe sind, das war allerdings ganz angenehm und mit der zweiten Mitläuferin konnte ich mich sogar ganz gut unterhalten beim Laufen. Das zeigt dann aber auch wieder dass der Lauf maximal GA1 war, eher drunter. Spaß hat es dennoch gemacht.

    Gruß
    Sascha

    1. Da haben wir es: darum ist es so perfekt, mit dem Hund zu laufen… immer treu an der Seite, quatscht nicht, meckert nicht, passt sich an und ist immer bester Laune, egal wie lang und weit es geht. Ohne geht gar nicht mehr! :)

  4. Ich laufe wieder seit kurzer Zeit… und ich laufe gerne allein. Psychohygiene… Dampf ablassen. Ich habe mich in vielen deiner Sätzen des Blogs wieder gefunden. Ich habe es mal mit einem Lauftreff versucht… Als „Neuzugang“ war es schwierig…

    Im Moment bin ich sehr langsam unterwegs… bin wieder am Aufbauen… ich hätte dann immer das schlechte Gewissen, dass ich die Bremse bin. Ich bin selbst nicht so zufrieden mit meinem „Tempo“… weit über 1 Min weg von Best-Zeiten pro km. Aber was solls… Ich laufe… und das gerne… und am liebsten alleine!
    Auch meinen Partner mag ich nicht dabei haben. Es sind meine „Ich-Inseln“… Ich brauche die….

  5. Es ist wie fast überall: Die Mischung machts! Größere Läufergruppen sind natürlich für Anfänger großartig, weil sie für Motivation sorgen. Fortgeschrittene, „emanzipierte“ Läufer nutzen das vielleicht einmal die Woche für die Regenerationseinheit. Ich persönliche Laufe schon gerne mal in Begleitung. Das sind dann aber in der Regel Freunde und langjährige Sportkameraden, mit denen man auch mal über andere Themen quatschen kann. Ich schätze aber auch die Single-Läufe, bei denen man die Gedanken schweifen lassen kann.

    Beschde Grüße,

    Der Fuchs

    1. Als ich 9 Jahre alt war, habe ich mal in einem YPS-Heft Mitglieder für meinen Detektiv-Club „Schwarzer Panther“ gesucht. Bedingung war, dass diejenigen ein Funkgerät haben sollten – es hat sich aber nie jemand auf mein Inserat gemeldet. Ich glaube, dass das zu traumatisch für mich war: seit dem bin ich einfach Einzelgänger. :-)

  6. Ich laufe auch am liebsten allein. Aber wie Ana fände ich es vereinzelt auch schön, einen Trainingspartner zu haben.
    Ich bin schon ein paar mal in Gruppen gelaufen und fand das richtig klasse. Vermutlich weil ich für diese Läufe nichts (Tempo, Länge, etc.) geplant hatte. Denn einen Trainingspartner auf dem gleichen Niveau mit zufällig dem gleichen Plan zu finden, halte ich auch für äußerst schwierig.
    Ist halt immer so eine Laune.

      1. Ja, das ist eine gute Idee. Aber findet wirklich nur der unerfahrenste/schwächste der Gruppe richtig toll. Klar kann ich mir vorstellen, eine Weile lang jemanden „mitzuziehen“, zu unterstützen, beratschlagen, motivieren. Aber ich glaube ich würde mich früher oder später fragen, ob meine eigenen Ziele dabei nicht auf der Strecke blieben.
        Ja, das klingt ein wenig (oder ziemlich?) egoistisch. Wie gesagt: Mal, oder für eine Weile kann ich mir das vorstellen. Langfristig wäre mir eben ein Trainingspartner/in auf gleichem Niveau lieber.
        Oder ich ginge an die Sache ganz anders ran und machte z.B. bei so einem Montagslauftreff mit – völlig außerhalb des eigenen Trainings-Plans. Locker mittraben, schnackeln, Leute kennenlernen und so. Das würde mir auf dauer aber sicher zu „verpflichtend“ werden.
        Hach, ich bin halt schon so ein bisschen wie Einsiedler 😀 Ab und zu mal mit Leuten ist ganz nett, aber auf Dauer doch irgendwie …

  7. Ich mag beides gern. Lange Zeit bin ich ausschließlich alleine gelaufen, das hat sich seit den Trails aber sehr verändert. Man macht einfach auch neben dem Laufen mal mehr zusammen – wir treffen uns bspw. unter der Woche mal abends auf einem Outdoor-Fitnesspark (was ein Wort) – da würde ich mich alleine eher nicht hinverirren. Aber mit dem Laufen ist es ein Stück weit anders, ich finde, wenn man sich selbst nicht dazu motivieren kann, dann kann es auf lange oder sehr lange Sicht auch die Gruppe nicht. Ich genieße meine Läufe alleine, ich kann auch mal sieben Stunden mit mir selbst allein sein, das würde mir zu Hause sehr viel schwerer fallen.

    Mindestens einmal in der Woche laufe ich aber in der Gruppe oder zumindest zu zweit. Dadurch, dass durch die Trailgruppe auch einige Freundschaften entstanden sind, lässt sich das sehr gut aushalten, da wir einfach alle gleich verrückt sind. Da habe ich dann auch wirklich mal was zu reden und muss mir beim Laufen nicht noch zusätzlich Gedanken machen was ich da gerade von mir gebe..das ist anstrengend. Mit den Kilometern und Höhenmetern wird es dann sowieso meist ruhiger. Angenehm ist, wenn man auch in der Gruppe mal länger zusammen schweigen kann.

    Spätestens dann, wenn man mal einen Ultra läuft und stundenlang mal wirklich niemanden neben sich hat, der einen in irgendeiner Art und Weise motivieren könnte, profitiert man wieder von den Streifzügen die man alleine unternimmt. Es gibt auch einfach keine bessere Art neue Strecken zu erkunden und den Wald auszukundschaften. So wie du laufe ich auch oft los und weiß noch gar nicht wohin, biege vielleicht einfach irgendwo ab, weil es da gerade „schön“ aussieht oder schlage mich durchs Unterholz. Verlaufen gehört natürlich auch dazu und dazu wiederum ein kleines bisschen Mut und Vertrauen in die eigenen Beine (wer weiß schon wo man wann herauskommt…). Einen wirklichen Sicherheitsaspekt gibt es meiner Meinung nach im Wald in der Gruppe nicht wirklich – ich laufe auch im Herbst/Winter mit Stirnlampe auch in die Dunkelheit und glaube einfach weniger daran, dass dort jemand auf dem Trail sitzt und wartet, und etwas Böses möchte. Da finde ich Feldwege oft befremdlicher.

    Es ist einfach wahnsinnig meditativ und das erfährt man halt nur, wenn man mit sich selbst läuft. Dieses nur „im Moment“ leben bzw. laufen ist das Gesündeste was einem passieren kann. Es macht mich unglaublich zufrieden, glücklich und ausgeglichen. Diese Ruhe, die eigenen Schritte, vielleicht noch ein Sonnenaufgang, Märchenwald-Trails, ein Reh..all diese Kleinigkeiten, die machen es aus und machen mich unglaublich demütig und einfach nur dankbar.

    LG,
    Jamie

  8. Hi, ich kann nachvollziehen wovon du sprichst. Auch ich laufe 95% allein, eben aus den Gründen die du nennst. Kein Zeitdruck an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit zu sein, die Strecke laufen wie es einem in den Sinn kommt usw.. Dazu kommt das ich meist auch niemanden habe mit dem ich laufen könnte, die Laufgruppe im Nachbarort trifft sich zu Zeiten die bei mir meist nicht gehen und unter meinen anderen Bekannten werde ich eh als „Spinner“ abgestempelt – was mich nicht weiter stört, daran habe ich mich gewöhnt.
    Und trotzdem, manchmal hat es auch Vorteile in der Gruppe zu laufen. Trainings lassen sich zumindest auf kürzeren Strecken schneller laufen. Aber auch das hast du ja geschrieben.
    Für die Zukunft wird bei mir aber weiterhin allein gelaufen, abschalten vom Arbeitsalltag, Natur und Ruhe genießen und sich entspannen obwohl man eigentlich Hochleistung vollbringt. Deshalb denke ich, es sollte jeder so tun wie er es am besten mag. Das wichtigste dabei bleibt aber der Spaß an der Bewegung, am Laufen und vielleicht auch mal ein Bier danach mit jemanden mit dem man vielleicht an diesem Tag gelaufen ist.

    1. Das Bier danach ist übrigens tatsächlich ein sehr gutes Stichwort – früher, im Schwarzwald, bin ich gern mit Freundinnen und Freunden Biken gegangen, danach war nichts besser, als ein großes, alkoholfreies Weizen. Ja, das hätte ich gern mal wieder!

  9. 99% meine Läufe absolviere ich ohne Gesprächspartner – davon aber 90% mit Hund…
    Mir fehlt auch kein Gesprächspartner, denn dadurch kann ich ungestört meinen Gedanken nachhängen, mich auf den Tag vorbereiten (ich laufe morgens) oder den gestrigen Tag vergessen.

    Wenn ich dann ab und an doch in Gesellschaft laufe, gibt es nur wenige Menschen, von denen ich sagen kann, dass ich gerne mit Ihnen laufe. Ich bin nun auch nicht die Plaudertasche und fühle mich auch recht schnell eher genervt, wenn mich jemand die ganze Zeit zutextet…

  10. Ich laufe fast immer allein. Vor allem wenn ich mich in meiner Wettkampfsaison befinde. Deshalb genieße ich es aber auch unglaublich, wenn ich mit einer lokalen Laufgruppe im Winter und im Frühjahr etwas längere Einheiten gemeinsam absolvieren kann. Bevor dann jeder von uns seinem eigenen Tempo durch die Saison folgt, bzw. auch andere Sportarten absolviert. Da ich wie sicher alle Kommentatoren hier und auch du, mehrmals die Woche auf der Laufstrecke zu finden bin, ist so ein gemeinschaftlicher Gruppenlauf super. Zumal wir immer wieder andere Strecken ausprobieren, uns über das Bloggen austauschen können, unseren Kiez besser kennenlernen, Pläne schmieden und unglaublichen Spaß am Laufen haben.

    Das Alleinlaufen, ist aber für mich nicht nur Zweck, sondern ganz genauso Freude pur. Da kann ich mir selbst freien Lauf geben und an all das denken, was ich mag oder eben auch an gar nichts,…

    1. Hier in Berlin genieße ich es sehr, früh morgens laufen zu gehen, wenn die Menschen zum Großteil noch schlafen. Keine Touris, keine Familien, keine Kinderwagen-Kolonnen. Ich glaube, dass ich manchmal sogar noch im Halbschlaf bin, wenn ich da so vor mich hin trotte – und jeder Versuch eines Gesprächs mit mir dürfte dazu führen, dass mich für einen ziemlich merkwürdigen Vogel hält 😀

  11. Ich laufe auch lieber alleine und bin (leider) auch ein Mensch der anfällig für negative Gedanken ist. Wie du es schon so schön beschrieben hast: Man kann aber herrlich meditieren und wird seine Wut los.

  12. Ich war jahrelang Alleineläufer, habe es auch mal in einer Gruppe versucht aber schnell wieder aufgegeben weil die Chemie nicht gepasst hat – wie du auch schreibst, es hat mich nicht interessiert was die anderen von ihrem Tag berichten, genau so wie ich ihnen nichts erzählen wollte.

    Aber, ich habe jetzt eine Gruppe von Menschen gefunden, mit der es Spaß macht zu laufen, und etwa 40% meines Wochenumfangs laufe ich jetzt nicht mehr alleine, und das verrückte ist, ich freue mich da sogar drauf. Das hätte ich mir früher niemals vorstellen können. Ich genieße jetzt beide Welten – die langen einsamen meditativen Läufe, die ich genau so wie du schreibst für die Gedankenspiele und die imaginären Gespräche und Streitereien benötige, aber eben auch das Training in der Gruppe, in der wir uns gegenseitig motivieren, antreiben aber auch bremsen.

  13. Bei mir verändert sich gerade die Betrachtung bzw. die Einstellung zu dem Thema auf dem Rad. Während ich früher IMMER lieber alleine gefahren bin, muss ich gestehen, dass ich mittlerweile auch gerne zu zweit trainiere und damit gute Erfolge erzielt habe. Ich glaube wir müssen uns dazu im Blog äußern :-)

    Danke für den Input!

  14. Deine Gedanken kann ich komplett nachvollziehen. Ich genieße die „Alleine-Lauf“-Einheiten sehr. So wie heute morgen, als ich, um der Hitze zu entgehen, mich schon um 5:30 Uhr auf die Socken gemacht hab, um einfach mein Ding durchzuziehen. Der einen war es zu früh oder die Strecke passte nicht. Ich war heute morgen sehr froh, meine eigene Zeit, Strecke und Tempo wählen zu können. Langweilig? NIE! Heute gab es Fledermäuse und Füchse zu sehen. Und die Landschaft, die ich schon hunderte Male durchlaufen bin, sah doch wieder ganz anders aus.

    Anders als du habe ich schon ein paar Lauftreffs wie Nike und Co mitgemacht und muss sagen: das ist nicht mein Ding. Zuviele auf einmal, zu städtisch, nicht mein Tempo. Ich brauch das nicht, um mich zu motivieren. Da reicht mein Trainingsplan und eine schöne Route. Wenn ich mal nicht allein unterwegs bin, dann mit einer Freundin. Das reicht dann aber auch. Gerade bei langen langsamen Einheiten ist das sogar ganz schön, wenn die letzten Kilometer wieder schwer fallen. Ein gutes Maß und die Mischungs machts :)

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