Laufen / Marathon

3-Länder-Marathon am Bodensee

Zurück vom 3-Länder-Marathon am Bodensee, erledigt, aber glücklich. Selbstverständlich muss das Ganze einmal kurz durch die Review, damit ich auch in Zukunft noch weiß, wie mir das Event gefallen hat, so dass ich hier mal einen kurzen Abriss gebe. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen ja auch bei der Einschätzung des Laufes…

Anreise – der Tag davor

Mit sorgfältig gepackter Tasche und allen (über-)lebenswichtigen Utensilien mache ich mich von Offenburg auf den Weg nach Bregenz am Bodensee. Kleines Wölkchen am Himmel der Laune: selbstverständlich bummelt die Schwarzwaldbimmelbahn relativ bimmelig von Städtchen zu Städtchen, inklusive dem wilden Kegelclub im Abteil, deren steigender Spaßfaktor den meinen über fast 4 Stunden sinken lässt. Gottseidank gibt es Kopfhörer und Linkin Park. Ich fühle mich allerdings nicht besonders gut: seit 2 Tagen habe ich schon Halsschmerzen und bin doch irgendwie recht schlapp.

3-Länder-Marathon am Bodensee
Augenringe, Halsschmerzen, fiebrig. Auf dem Weg zum 3-Länder-Marathon am Bodensee sind die Bedingungen nicht gerade optimal…

12:30 Uhr, Zwischenstopp in Lindau, 10 Minuten vor dem Zielort. Ich nutze die Anreise um mir den Hafen, das Städtchen und den Startbereich anzuschauen, außerdem besuche ich die kleine Marathon-Messe und hole die Startunterlagen ab. Alles super organisiert und ausgeschildert, das Wetter ist sogar teilweise richtig gut.

14:30 Uhr, Hotel. Da das Ziel des Laufs in Bregenz sein wird, habe ich dort mein Hotel gebucht – direkt hinter der Festspielhalle, wo sich in Rufnähe auch der Zielleinlauf befindet. Bin ja ein bisschen stolz auf diese unglaublich pfiffige und strategische Entscheidung. Den Nachmittag verbringe ich mit einem kleinen Spaziergang und entschließe mich dann zu schlafen, um einer wachsenden Erkältung vorzubeugen. Viel Tee, abends ne Suppe und zeitig ins Bett – hoffentlich bekomme ich kein Fieber!

Der Lauftag: 3-Länder-Marathon am Bodensee

Vor dem Lauf: doch kein Fieber, aber immer noch Halsschmerzen und ziemlich müde Beine. Dafür aber gleichzeitig auch Geburtstag – das vergessen wir aber mal ganz schnell. Gemäß der Planung stehe ich vier Stunden vor dem Lauf auf, drei Stunden vorher frühstücke ich ein bisschen (nix Schweres) und packe dann den Startbeutel.

Zusammen mit ziemlich vielen anderen Läufern geht es gegen 9 Uhr auf den Weg in den Hafen von Bregenz, wo alternativ zur Bahn einige Schiffe liegen, welche die Läufer zum Start schippern. Sicherlich eine schöne Sache, aber als ich dort sehe, wie überfüllt die Schiffe sind, drehe ich um und nehme dann doch den Zug. Der ist zwar auch voll, aber überschaubarer.

Am Start in Lindau stehen die Kleider-LKWs bereit, die Startbeutel werden eingesammelt und zum Ziel gefahren. Das klappt übrigens perfekt und einwandfrei, man muss nicht mal warten. Es gibt warmen Tee und verschiedene Iso-Getränke vor dem Start, aber so richtig wild wird die Stimmung nicht – jedenfalls kein Vergleich zu den bisherigen Läufen. Alle wirken irgendwie „verhalten“.

Ich suche mir am Start direkt den 3:45-Zugläufer – ein Segen, wie sich später zeigen wird. Erwin ist großartig: er lenkt alle super ab, betreut uns über die ganze Strecke mit Tipps und Infos, zieht uns Kilometer um Kilometer, zwischendurch Lockerungsübungen. Als Kind war Erwin gelähmt und konnte gar nicht laufen – heute läuft er, wie Forrest Gump, einen Marathon nach dem anderen: der 3-Länder-Marathon war sein 253. Marathon (ja, kein Tippfehler!) Hier gibt es mehr über Erwin.

3 Länder Marathon am Bodensee

Die ersten 8 Kilometer sind landschaftlich ganz nett, weil es entlang des Bodensees geht. Aber ganz ehrlich: der Rest der Strecke ist echt mau und überhaupt nicht besonders. Es geht durch Industriegebiete mit „duftenden“ Kläranlagen, langweilige Wohnviertel im Österreichischen Teil und ein kurzes Stück Straße durch die Schweiz. Das Landschaftsbild zeigt sich tatsächlich eher total durchschnittlich, meine Trainings-Strecken zu Hause in der badischen Ortenau sind jedenfalls deutlich hübscher. Noch ein Schwachpunkt: die Stimmung. Relativ wenig Zuschauer, die an der Strecke anfeuern; außer etwas Händeklatschen und dem emotionslosen Geschüttel von maximal sieben Kuhglocken ist das nicht annähernd vergleichbar mit den großen Läufen und ihrem Lärm am Straßenrand. Keine Musik, keine Bands, keine Trommeln. Die Stimmung bei uns Läufern wird etwas „lauter“, als uns bei etwa KM 20 die führenden Kenianer entgegen kommen. Nur in der Schweiz treffen wir auf eine Gruppe junger Cheerleader und eine Musikkapelle – das war es dann aber auch schon.

Bei Kilometer 32 fühle ich mich eigentlich noch sehr gut, allerdings kommt plötzlich der Einbruch: komischerweise sind die Beine noch topfit, aber die Lunge will nicht mehr. Es fühlt sich an wie ein Krampf in der Lunge, ich kann machen was ich will: ich MUSS gehen. Relativ bald allerdings geht es wieder; bis Kilometer 36 laufe ich etwas langsamer, dann lege ich wieder eine Schüppe drauf und kann voraus sogar immer wieder die Fahne meines Zugläufers und der 3:45-Gruppe sehen.

Bregenz. Einlauf ins Stadion. Mäßig gefüllte Sitze, niemand der im Ziel auf mich wartet oder anfeuert, das ist nicht unbedingt schön. Ich versuche noch mal etwas anzuziehen, laufe durch das Zielfoto und lande tatsächlich trotz Erkältung bei 03:51:02 – mein erster „SUB4“!!

3-Länder-Marathon am Bodensee

Duschen, Hotel, nach Hause. Been there, done that.

 

End-Dreißiger, mäßig talentierter Läufer (nicht schnell, dafür aber wirklich leidenschaftlich) und jederzeit gern auch auf zwei Rädern unterwegs. Vegetarier mit veganen Tendenzen, liebt den Schwarzwald, läuft durch Berlin.

Ein Kommentar bei “3-Länder-Marathon am Bodensee

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